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19.02.2013  |  von  |  0 Kommentare

Meßkirch Schneeschippen? Kein Problem! Freie Bahn für Fußgänger

Meßkirch -  Das Kratzen von Schneeschaufeln sollte frühmorgens zum winterlichen Geräuschteppich gehören. Das verlangen die Polizeiverordnungen der Gemeinden, die das Schneeschippen und Streuen zur Pflicht für alle Besitzer von Grundstücken und Gebäuden machen.

Für den sicheren Weg bei Eis und Schnee ist auf öffentlichen Straßen und Plätzen die Kommune zuständig. Auf den Gehwegen sind die Anlieger verantwortlich.  Bild: Steinmüller



In Meßkirch und den Umlandgemeinden scheint diesbezüglich die Welt in Ordnung zu sein. In den Rathäusern von Sauldorf, Leibertingen, Meßkirch und Inzigkofen bekunden die Verantwortlichen, dass es entweder keine Probleme gibt, oder Beanstandungen die absolute Ausnahme sind.

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In den sechs Ortsteilen von Sauldorf gab es, wie Bürgermeister Wolfgang Sigrist berichtet, in den vergangenen Jahren keine entsprechenden Beschwerden bei der Gemeinde. „Die Leute beschweren sich eher, wenn der Schneeräumer den eben von Hand geräumten Gehweg wieder unter einer Schneeschicht begraben hat.“ Das Geräusch kratzender Schneeschaufeln gehört auch zu Rast, wo Wolfgang Sigrist zu Hause ist. Er freut sich: „Ich fange jeden Morgen mit meiner Schippe an. Kaum bin ich fertig, geht es bei meinem Nachbarn los, der eine Schneefräse besitzt. Die anderen Nachbarn greifen dann auch zur Schneeschaufel.“ Aber selbst ein tiptop geräumter Weg ist keine Versicherung gegen mögliche Unfälle. Sigrist berichtet vom Sturz eines Passanten in Krumbach an Fasnacht. Der Rathauschef: „Der Weg zur alten Schule war zwar geräumt. Tagsüber war allerdings Schnee geschmolzen und abends gefroren.“ Der Sturz hatte schlimme Folgen. Das Opfer musste im Krankenhaus am Arm operiert werden.

In Leibertingen sind, wie Hauptamtsleiter Siegfried Müller berichtet, in den vergangenen Jahren ebenfalls keine Beschwerden über schlecht oder nicht geräumte Gehwege eingegangen. Helga Frick bestätigt: „Die Leute rufen eher an, weil die Straße vor ihrem Grundstück noch nicht geräumt ist.“ Das komme bei starkem Schneefall in dem weit verzweigten Gebiet schon mal vor.

Die Schneeräumdisziplin scheint auch in Meßkirch verbreitet zu sein. Darin sind sich Hauptamtsleiter Matthias Henle und Martin Stehmer vom Ordnungsbereich einig. In den vergangenen Jahren habe es keine entsprechenden Beschwerden gegeben. Diesbezügliche Vorkommnisse sind so selten, dass Henle zunächst nachschlagen muss, um festzustellen, was an Bußgeldern auf Räummuffel zukommen kann. „Das Nichträumen eines Gehwegs stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Ein Bußgeldbescheid würde in diesem Fall zwischen 50 und 100 Euro liegen.“

Bürgermeister Bernd Gombold in Inzigkofen hat es im Ausnahmefall immer mal wieder mit Anliegern zu tun, die ihre Gehwege nicht trittsicher machen. „Es gibt immer wieder einmal Fälle, in denen die Gemeindeverwaltung die betroffenen Grundstücksbesitzer anschreiben und zur Einhaltung der Räum- und Streupflicht ermahnen muss.“ Das sei auch im Winter 2012/2013 schon vorgekommen. Die Erfahrungen mit diesen Ermahnungsschreiben sind positiv, wie der Rathauschef berichtet. Die Empfänger reagierten in aller Regel verständnisvoll. Die Bauhofmitarbeiter hätten im Rahmen ihres Winterdienstes ein Auge auf die entsprechenden Gehwegabschnitte.

In den Polizeiverordnungen sind nicht nur die Zeiten geregelt, in denen geräumt und gestreut werden muss. In Sauldorf ist die Verwendung von Salz verboten und nur bei Blitzeis erlaubt. In Leibertingen wird die Art des Streumaterials in die Entscheidung jedes Winterdienstpflichtigen gestellt. In Meßkirch müssen „abstumpfende Mittel“ verwendet werden. Henle: „Das kann Salz ebenso wie Split oder Asche sein.“

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