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Meßkirch Meßkircher Waffensportler fühlen sich drangsaliert

Privilegierte Schützengilde hadert mit EU-Vorschriften und dem Neubaugebiet, das dem Vereinsgelände immer näher rückt

Meßkirch (bur) Mit ihren sportlichen Leistungen braucht sich die Privilegierte Schützengilde (PSG) Meßkirch nicht zu verstecken. Gleich stapelweise verteilte der Vorsitzende Manfred Gommeringer bei der Jahresversammlung des 70 Mitglieder starken Vereins im Schützenhaus die einschlägigen Wettbewerbsurkunden an die Aktiven. 52 Starts in acht verschiedenen Disziplinen stehen in der Leistungsbilanz der Schützen.

Der Zahn der Zeit nagt an anderer Stelle und hat die privilegierten Waffenfreunde gleich mehrfach im Würgegriff. Da sind zum einen der fehlende Nachwuchs und der hohe Altersschnitt der Aktiven. Doch Gommeringer weicht diesen Erosionen nicht aus und schlug der Mitgliederversammlung eine zukunftsorientierte Umschichtung des Vorstands vor. Die fand zu jeder einzelnen Personalie die gegenstimmenfreie Zustimmung der Versammlung: Der bisherige Vize-Vorsitzende Paul Waldschütz wechselt in das Amt des Schießleiters. An seine Stelle tritt Manfred Abbieri. Der bisherige Schieß leiter Frank Dollenmaier ist künftig mit den Aufgaben des Kurzwaffen-Refe renten betraut.

Klare Worte fanden die Sportschützen zu der derzeit verhandelten Verschärfung der EU-Feuerwaffenrichtlinie. Gommeringer und Dollenmaier schilderten die "diversen Versuche von Staat und EU, die Sportschützen zu drangsalieren und ihnen die Freude zuvermiesen". Gommeringer sprach von "selbstherrlichen Politikern" und verwies darauf, dass die eigentliche Gefahr nicht von denen ausgehe, die legal Waffen besitzen, sondern von denjenigen, die Waffen illegal horten.

Aber nicht nur durch Staat und EU drohen den Waffensportlern Gefahren, die schon das Stichwort Vereinsauflösung in die Versammlung brachten. Auch das herankriechende Neubaugebiet am Fuße des vom Zahn der Zeit sichtbar benagten Vereinshauses auf dem Sandbühl, das im Eigentum der Stadt Meßkirch steht, wird von den Privilegierten als Existenzbedrohung empfunden. Messungen der Lärmbelästigung haben ergeben, dass eine weiter heranrückende Bebauung und der Betrieb der Schießanlage im Status quo unvereinbar seien. Zu diesem Thema musste Bürgermeis- ter und Vereinsmitglied Arne Zwick zahlreiche kritische Fragen der Mitglieder beantworten, die auch nicht durch den überbrachten Dank der Stadt an den Schützenverein geheilt werden konnten.

Damit noch nicht genug leiden die Sportschützen des Weiteren unter im wörtlichen Sinne brandgefährlichem und dauerhaftem Vandalismus auf dem Vereinsgelände. Immer wieder verunreinigen und zerstören nächtliche Besucher die Einrichtungen und betreiben sogar offenes Feuer in den Anbauten. Außerdem wurden beim Jahrestreff Sabine Ungar für 15 Jahre und Walter Skurtl für 25 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet.

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