Meßkirch Mann steht wegen des Handels mit Kokain vor dem Amtsgericht

Einem Kokainhandel auf der Spur war die Kriminalpolizei im vergangenen Jahr in Meßkirch. Ein in Pfullendorf wohnender Mann, der sich gestern vor dem Amtsgericht in Sigmaringen für sein Tun verantworten musste, soll so über Mittelsmänner mit der Droge gehandelt haben. Ihm auf der Spur war die Kriminalpolizei in Friedrichshafen, die die Telefone des Mannes über Monate hinweg abhörte.

Nachdem der damals arbeitslose Mann für gewöhnlich ausschlief, um dann die Nachmittage durch Meßkircher Lokale zu ziehen, wurde er von der Polizei beobachtet. Dabei, berichtete ein als Zeuge geladener Kriminalhauptkommissar aus Friedrichshafen, sei es aber leider nie gelungen, einen der Käufer zu kontrollieren. Auch eine Hausdurchsuchung, die am Ende der Ermittlungen im August vergangenen Jahres stattfand, brachte nicht den erhofften Drogenfund.

Dennoch fanden die Beamten eine ganze Menge über die Gewohnheiten des Verdächtigen heraus. So ging es in den Telefonaten zumeist darum, sich irgendwo zu einem Kaffee zu treffen. "Wir treffen uns für zehn Minuten und dann noch für eine Minute allein." Oder: "Wir treffen uns für zwei bis drei Minuten", waren wiederkehrende Mitteilungen in den Telefonaten. Für die Ermittler bedeutete das übersetzt: Es gibt eine Kokain-Portion von zehn Gramm und eine zweite, einzeln verpackte Portion von einem Gramm. Oder: Es gibt zwei bis drei Gramm Kokain. Vermutet wurde dabei auch, dass die zehn Gramm-Portion zum Weiterverkauf auf Kommission gedacht war und das eine Gramm zum Eigenverbrauch für den Abholer.

Bei ihrer Überwachung registrierten die Beamten auch, dass der Angeklagte offenbar in ernste Schwierigkeiten mit den Lieferanten der Droge kam. So sei es auffällig gewesen, dass er sich über einen Monat lang in Meßkirch aufhielt und offenbar wegen Geldeintreibern aus Belgien, die nach ihm suchten, nicht in seine Wohnung nach Pfullendorf zurückkehrte. "Wir gehen davon aus, dass er das Kokain auf Kommission bekommen hatte und er seine Schulden nicht zurückzahlen konnte", erläuterte der Beamte. Um wie viel Geld es dabei genau ging sei nicht bekannt. Einmal sei in einem Gespräch indes ein Betrag von 40 000 Euro genannt worden.

Eine Kommissarin, die als zweite Zeugin geladen war, berichtete von der Hausdurchsuchung und dass der Bewohner ihr mitteilte, der Angeklagte habe ihn beauftragt, zehn Gramm Kokain bei einem Geschäft zu übergeben. Der Verteidiger hakte hier ein und stellte die Frage, ob sich der Mann bewusst gewesen sei, dass diese Aussage vor Gericht verwendet würde, nachdem er zunächst von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht hatte.

Dann kam es zur Anhörung zweier weiterer Zeugen, die an den Drogengeschäften beteiligt gewesen sein sollen. Einer von ihnen war zwar da, machte jedoch von seinem Recht Gebrauch, nicht auszusagen, da gegen ihn ein anderes Verfahren läuft. Der zweite Zeuge erschien erst gar nicht, weshalb die Richterin eine Polizeistreife losschickte, ihn bei der Arbeit oder an seiner Wohnanschrift zu holen. Da ihn die Beamten jedoch nicht antrafen, musste die Verhandlung vertagt werden. Am Donnerstag, 8. Juni, soll sie nun ab 10 Uhr vor dem Amtsgericht zu Ende gebracht werden.

Die Vorführung

Erscheint ein ordnungsgemäß geladener Zeuge nicht vor Gericht, wird er von der Polizei abgeholt und dem Gericht vorgeführt. Für den Zeugen entsteht dadurch ein Ordnungsgeld in der Regel von 100 bis 300 Euro, erläutert ein Vertreter der Staatsanwaltschaft Hechingen. Zusätzlich muss er die durch sein Fernbleiben vom ursprünglichen Termin entstandenen Kosten bezahlen. Beispielsweise also die erneuten Anreisekosten des Rechtsanwalts und anderer Beteiligter. Zu dem nun festgesetzten neuen Verhandlungstermin in Sigmaringen soll der Zeuge gleich von der Polizei gebracht werden. (mos)

Ihre Meinung ist uns wichtig
Einzigartige Geschenke von Bodensee und Schwarzwald
Neu aus diesem Ressort
Meßkirch
Meßkirch
Meßkirch
Meßkirch/Region
Meßkirch
Meßkirch
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren