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04.10.2012  |  von Gregor Moser  |  1 Kommentare

Meßkirch Keine Cola für Klosterstadtbaustelle

Meßkirch -  Der Meßkircher Bildungswerksleiter Waldemar Gorzawski argumentiert für eine profitorientierte Organisationsform der geplanten Meßkircher Klosterstadt.

ARCHIV - Ein Modell der geplanten mittelalterlichen Klosterstadt steht in der Stadthalle von Meßkirch (Kreis Sigmaringen), Archivfoto vom (19.03.2011). Mit Ochsen und Muskelkraft will ein Verein die Klosterstadt nach Plänen aus dem 9. Jahrhundert aufbauen. Dem Bau einer mittelalterlichen Klosterstadt in Meßkirch (Kreis Sigmaringen) steht endgültig nichts mehr im Wege. Mit dem Gemeinderat hat am Dienstagabend (27.09.2011) das letzte zuständige Gremium grünes Licht für das Projekt gegeben. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2012 beginnen.   Foto: Marc Herwig dpa/lsw (zu lsw: «Grünes Licht für 1200 Jahre alte Klosterstadt» vom 27.09.2011) +++(c) dpa - Bildfunk+++  Bild: dpa

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Autor
Gregor Moser
Leiter der Lokalredaktion Meßkirch

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Nachdem es beim Vortrag von Waldemar Gorzawski, Leiter des Bildungswerks Meßkirch und Unternehmer, bei der Bildungswerks-Veranstaltung mit dem Titel „Von Guédelon lernen“ zu einer hitzigen Diskussion gekommen war (der SÜDKURIER berichtete), meldet sich Gorzawski mit einem Schreiben zu Wort, in dem er seinen Argumente in der Diskussion nochmals benennt.

„Die jüngste Diskussion zeigt, dass man in Meßkirch bewusst nicht von einem profitablen Unternehmen wie Guédelon SAS lernen möchte“, schreibt er. Er sei weiter für den Klosterbau, denn das sei eine große Langfrist-Chance für Meßkirch. „Aber wenn schon, dann richtig und selbstverständlich profitorientiert für das Bauprojekt selbst, für jeden Arbeitnehmer und für jeden einzelnen Gewerbetreibenden in Meßkirch.“ Es erscheine ihm widersinnig, dass man ausgerechnet beim Klosterstadtprojekt alle Regeln der Marktwirtschaft außer Kraft setzen möchte und sehenden Auges in ein Risiko läuft. Warum, frage er sich, könne man wirtschaftlich nicht ein Projekt kopieren, das bewiesen hat, dass es prima funktioniert? Mit Blick auf die mittelalterliche Burgenbaustelle in Frankreich, hebt er hervor, dass Guédelon mit Eigenkapital, dann aber auch mit EU-Geldern als Verein gegründet worden sei und die ersten Jahre auch so geführt wurde. Nach drei Jahren habe man dort aber gesehen, dass es besser privatwirtschaftlich, sprich profitorientiert funktioniert und eine Aktiengesellschaft gegründet. Diese gebe heute Arbeit für 66 Angestellte und werfe Gewinn ab. Wenn hingegen das Meßkircher Projekt als Non-Profit-Verein auf einem „starken Engagement der Stadt Meßkirch“ basieren sollte, sei auch letztlich die Stadt dafür haftbar, stellt der Bildungswerksleiter fest.

Bürgermeister Arne Zwick sagt zu der Position Gorzawskis: „Es ist nicht zielführend, wenn jemand keinen Einblick hat und öffentlich philosophiert, wie man es machen muss und meint alles muss so laufen, wie er es meint.“ So gäbe es für die Klosterstadtbaustelle schon längst einen Business-Plan, ohne den es nie Fördergeld durch das Land Baden-Württemberg und durch die EU gegeben hätte und der zeige, dass das Klosterstadtprojekt, so wie es in Meßkirch geplant ist, auch wirtschaftlich vernünftig sei. Zudem liefen Gespräche, wie heimische Betriebe mit der Klosterstadt kooperieren können und so auch von der Baustelle profitieren werden. Gorzawski vermische seine Position als Leiter des Bildungswerkes Meßkirch mit seinen Privatinteressen, fährt Zwick fort. Wie berichtet, hatte Gorzawski bei der Diskussion angekündigt, er plane, sich die Rechte zu sichern, um historische Waffen zu verkaufen.

Gorzawski vermische in seiner Argumentation zudem die Dinge, betont Zwick. Für die Klosterstadtbaustelle werde von Guédelon die Idee des händischen Bauens kopiert, durch das die Besucher das Entstehen der Klosterstadt-Anlage mitverfolgen könnten. Die Baustelle und deren Ausführung sollten aber nicht kopiert werden. Oder anders: Nur weil in Guédelon Coca Cola verkauf wird, müsse das auf der Klosterstadt-Baustelle nicht auch getan werden. Im Gegenteil: Die Klosterstadt solle von ihrer Authentizität leben und nicht von einer Kommerzialisierung des Projekts. Das würde vielmehr ihren Misserfolg bedeuten.

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von unbekannt
Ich werde des Eidnrucks nicht los, dass auf Gemeinkosten völliger Unsinn fabriziert wird. mehr ...
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