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Meßkirch Islamischer Kulturverein will sich bei Klosterstadt-Projekt einbringen

Auf den ersten Blick sieht es nach einer ungewöhnlichen Koalition aus: Bert M. Geurten, Vorsitzender des Fördervereins der karolingischen Klosterstadt, und Yildiray Sahin, Projektleiter für den geplanten Bau der Moschee in Meßkirch, wollen zusammenarbeiten.

Doch was hat das eine Großprojekt mit dem anderen, nicht minder ehrgeizigen Vorhaben zu tun? Sehr viel, finden die beiden Männer. Denn beide Projekte hätten etwas gemeinsam, so Yildiray Sahin, sie könnten genutzt werden, um Meßkirch bekannt und zum attraktiven Zielort für Touristen zu machen.

Deshalb möchte Bert M. Geurten den türkisch-islamischen Kulturverein gerne in das Projekt Klosterstadt einbinden. Konkrete Ideen gibt es auch schon: Beispielsweise möchte der türkisch-islamische Kulturverein einen regelmäßigen Zug eines Elefanten mit seinem Elefantenführer von der Moschee zur Klosterstadt-Baustelle organisieren. Der Elefantenführer solle in traditioneller arabischer Tracht gekleidet sein. Der Hintergrund des Schauspiels ist eine Überlieferung aus der Zeit Karls des Großen. Um 800 habe dieser eine Delegation zum Kalifen Harun er-Raschid nach Bagdad geschickt, um einen Vertrag auszuhandeln. Als Geschenk soll der Kalif der Delegation einen weißen Elefanten mitgegeben haben. Als einziger Überlebender kommt ein jüdischer Dolmetscher mit dem Elefanten nach Aachen zu Kaiser Karl dem Großen zurück. Sahin und Geurten sehen in der Geschichte eine Parabel für Toleranz und Völkerverständigung im Mittelalter. Darüber hinaus kann sich Sahin vorstellen, dass die Klosterstadt-Baustelle einen Stand für arabisches Essen beherbergt und mit dem Stand eines arabischen Stoffhändlers belebt wird.

Hintergrund der Zusammenarbeit ist allerdings auch ein Interesse des türkisch-islamischen Kulturvereins. Er plant seit zwei Jahren den Bau einer Moschee in Meßkirch. Yildiray Sahin kann sich vorstellen, dass die Moschee, wird sie mit vier Minaretten wie gewünscht gebaut, auch zur Attraktion für Touristen werden kann. „So könnte man Touristen von der Klosterstadt in die Stadt bringen“, schlägt Sahin vor, das sei beispielsweise ein Angebot fürBusreiseunternehmen. Immerhin gebe es in Westeuropa keine weitere Moschee mit vier Minaretten. Ob diese Ideen allerdings so umsetzbar sein werden, ist noch alles andere als ausgemacht. Der Bau der Moschee ist in Messkirch zwar Konsens, die konkrete Ausgestaltung des Gebäudes ist aber noch nicht endgültig beschlossen. In einer Gemeinderatssitzung im Oktober 2012 hat der Gemeinderat mit Blick auf ein Modell klargestellt, dass das Gebäude nicht genau so realisiert werden solle. Seither haben intensive Gespräche zwischen Verein, Gemeinderat und Verwaltung stattgefunden, wie Hauptamtsleiter Matthias Henle auf Nachfrage des SÜDKURIER berichtet. Es gehe dabei um die Details, wie hoch, wie groß das Gebäude sein soll, wie viele Minarette es bekommt. „Wir sind aber auf einem guten Weg“, resümiert er.

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