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22.12.2010  |  von  |  0 Kommentare

Meßkirch Heideggers Bank lockt nicht nur Touristen an

Meßkirch -  Die Heidegger-Bank am Feldweg hinter dem Hofgarten wurde erneuert, nachdem Randalierer die zehn Jahre alte Bank aus ihrer Verankerung gerissen und kaputt geschlagen hatten. Die neue Sitzgelegenheit ist aus Birkenholz und Anziehungspunkt für Touristen.


Die Originalbank, von der in Martin Heideggers Buch „Der Feldweg“ die Rede ist, ist freilich schon längst verfault. Jedoch wurde die Bank immer wieder erneuert und an ihren angestammten Platz gestellt. So ist es auch kein Wunder, dass auch heute noch zahlreiche Touristen nach Meßkirch kommen, um auf Heideggers Spuren zu wandeln. Vor allem aus den USA und Australien kommen viele Touristen, um die Bank zu sehen, auf der Heidegger schon saß.

In dem Buch „Der Feldweg“ schreibt Heidegger über diese Bank: „Vom Feldkreuz her biegt er auf den Wald zu. An dessen Saum vorbei grüßt er eine hohe Eiche, unter der eine roh gezimmerte Bank steht. Darauf lag bisweilen die eine oder die andere Schrift der großen Denker, die eine junge Unbeholfenheit zu entziffern versuchte. Wenn die Rätsel einander drängten und kein Ausweg sich bot, half der Feldweg.“ So ist die Bank, die dort seit etwa 1909 steht, nicht mehr unter den Eichen wegzudenken und eng mit dem Sohn Meßkirchs verbunden. „In 25 Jahren ist die Bank drei Mal erneuert worden“, sagt Erich Schlegel, Leiter des Städtischen Bauhofs. So lange arbeitet Schlegel auch beim Bauhof. Die neue Bank hat Schreiner Walter Schönfeld in einem Tag aus Birkenholz nach dem Vorbild der alten Bank gezimmert. Denn auch die zerstörte Bank hat Schönfeld vor zehn Jahren hergestellt. Die natürliche Lebensdauer einer Holzbank hänge von der Witterung, der Holzart und der Verankerung ab, sagt Schönfeld. Das seien in der Regel so um die zehn Jahre.

Der deutsche Philosph Martin Heidegger wurde am 26. September 1889 in Meßkirch geboren. Das hauptsächliche Bemühen Heideggers war die Kritik der abendländischen Philosophie und die Entwicklung einer neuen Auffassung des Menschen und der Welt. Sein erstes Hauptwerk „Sein und Ziel“ entstand 1927, welches die philosophische Richtung der Fundamentalontologie begründete. Der Technik stellte er die Kunst gegenüber und erarbeitete ab Ende der 30er Jahre anhand von Hölderlins Dichtungen Alternativen zu einem rein technischen Weltbezug.

Und wer weiß, vielleicht würde Heidegger auch heute noch gerne unter den Eichen auf der Bank sitzen, die ihm gewidmet wurde. Zumindest tun ihm viele das nach, obwohl die wenigsten tatsächliche Philosophen sind.

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