Zur dritten langen Museumsnacht im Kultur- und Museumszentrum im Meßkircher Schloss kamen deutlich mehr Besucher als die Jahre zuvor. Bereits zu den Eröffnungsworten von Manfred Amann, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion, der stellvertretend für Bürgermeister Arne Zwick die Gäste willkommen hieß, gab es nahezu keine freien Plätze mehr an den herbstlich dekorierten Tischen im Festsaal des Schlosses.
Zahlreiche Besucher standen vor den Fensterreihen und im hinteren Bereich des Saals, wo sich eine Schlange von Wartenden vor der Theke mit kulinarischen Leckereien des Gasthofs „Zum Adler“, Leitishofen, gebildet hatte.
Musiker und Conférencier Bernhard Bitterwolf führte durch das Programm, das mit Tanz, Akrobatik und Jonglage einen Augenschmaus bot. Zu Beginn formierte Bitterwolf das „Original Meßkircher Schellentrio“ bestehend aus zwei Gästen im Festsaal und Manfred Amann. Er drückte ihnen in jede Hand eine Kuhglocke, die sie nach seinen Einsatzzeichen schütteln mussten. Überraschenderweise dauerte es nicht lange, bis das Publikum die Melodie von „Amazing Grace“ erkannte.
Die Tanzgruppe aus Mengen brachte mit ihrem Rock'n'Roll Schwung in den Renaissancesaal. Während das Publikum rhythmisch mitklatschte, wirbelten die Tänzer die Frauen durch die Luft und weit nach oben, von wo aus sie wieder sanft auf deren Armen landeten. Auch die Frauen der Showtanzgruppe des TV Leibertingen hatten dieses Jahr fünf Männer als Ergänzung dabei. Die Formation zeigte wie gewohnt sportlich eleganten Tanz. Die Boogie Woogie-Showtänzer aus Mengen boten ebenfalls akrobatisches bei Charleston, Boogie Woogie, Rock und Pop.
Während der Programmpunkte sorgte das Duo „Einfach Riesig“ für gute Laune und Unterhaltung. Auf Stelzen marschierten sie durch die Reihen der Zuschauer und jonglierten mit Keulen über die Köpfe der Besucher hinweg. Auf der Bühne balancierten sie auf aufgestapelten Stühlen, so dass das Publikum vor Spannung fast die Luft anhielt, um nichts aus der Balance zu bringen.
Die Führungen durch das Schloss, durch die aktuelle Ausstellung mit Arbeiten von Felix Droese sowie durch die Dauerausstellung mit Andrea Braun-Henle und Karin Kneisel waren gut besucht. Im Heidegger-Museum erhielten die Gäste eine Führung mit Werner Fischer, der für Fragen zur Verfügung stand. Christoph Witt gab anhand kleiner Ausschnitte aus Heideggers Text „Gelassenheit“ Kostproben vom Denken des Philosophen. Er suchte Stellen aus, die nachvollziehen lassen, dass Heidegger sich zeitkritisch äußerte, jedoch nicht auf eine pessimistische Weise sondern als Optimist, der zum Denken anregt.
Eine Führung durch das Oldtimer-Museum ist ebenfalls immer wieder spannend, da das Sortiment regelmäßig wechselt. Man kann beobachten, wie der eine oder andere mit glänzenden Augen auf die reflektierenden Innereien unter der Motorhaube blickt.
Einen Glanzpunkt stellte auch die Feuershow „Circus of Fire“ der Jugendlichen vom Haus Nazareth Sigmaringen dar. Vor der fantastischen nächtlichen Kulisse des Schlosshofes zeichneten sie spektakuläre, farblich wechselnde Feuerbilder in die Luft. Im Schlosskeller sorgten die Mississippi Steamboat Chickens für guten Groove, so dass alle Besucher durch das abwechslungsreiche Programm im gesamten Schloss auf ihre Kosten kommen konnten.
