Meßkirch Günter Grass, Heidegger und Meßkirch

Parodien erinnern manchmal an die von Martins Bruder Fritz Heidegger

Am Montag verstarb der Bildhauer, Grafiker, Zeichner, Dichter und Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass. Der Roman „Die Blechtrommel“ (1959) bildet mit „Katz und Maus“ und „Hundejahre“ die „Danziger Trilogie“; sie behandelt Themen der deutschen Geschichte, des Dritten Reichs und der Verdrängungen der Nachkriegszeit. Grass nimmt sich kritisch alles und jeden vor. Was wenige wissen: Grass hat sich auch mit Martin Heidegger und Meßkirch auseinandergesetzt.

Er muss ihn gründlich gelesen haben, seine Parodien erinnern manchmal an die von Martins Bruder Fritz Heidegger . In „Hundejahre“ macht sich Walter Matern auf die Suche nach Schuld, Verstrickung, Verdrängung, Abstreiten, Unschuldsbeteuerungen. Dabei nehmen Matern und sein Hund die Philosophen unter die Lupe, insbesondere Heidegger. Auszüge: „Jeder Feldweg ist ein Holzweg“ – bezieht sich auf Heideggers Schriften „Der Feldweg“ und „Holzwege“. „Die alemannische Mütze“ – gemeint ist Heidegger, nach Fotos, die ihn mit Zipfelmütze zeigen – „zipfelt zwischen Todtnau und Freiburg“. Oder: „Hör gut zu, Hund: Der wurde geboren in Messkirch. Das liegt bei Braunau am Inn. Der und der Andere wurden abgenabelt im gleichen Zipfelmützenjahr“ – Grass spielt auf Heideggers Verstrickung mit dem Nationalsozialismus an und darauf, dass Hitler und Heidegger beide 1889 geboren wurden, Heidegger in Meßkirch, Hitler in Braunau.

Dass Heidegger schwer zu fassen ist, kleidet Grass in ein Bild: Matern und sein Hund versuchen seitenlang, Heidegger zu treffen und mit ihm zu sprechen; aber es gelingt ihnen nie, weil er ihnen immer wieder entwischt.

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