Meßkirch Glasfaserkabel: BSL vergibt an Neckarcom
Glasfasernetz (Symbolbild) Bild: Bild: DPA
– Die Gesellschafterversammlung der Breitbandversorgungsgesellschaft im Landkreis Sigmaringen GmbH (BSL) hat über die Vergabe des Glasfasernetzes entschieden. Den Zuschlag soll die Firma Neckarcom aus Stuttgart erhalten. Ab Vertragsunterzeichnung hat der Betreiber ein Jahr Zeit, um die aktiven Komponenten in das Netz einzubauen. Den Zuschlag soll die EnBW-Tochter am 13. Februar erhalten, sagt Meßkirchs Bürgermeister Arne Zwick, der Vorsitzender der BSL ist.
Die Zeit zwischen Vergabe und Zuschlag sei vom Gesetzgeber so vorgeschrieben, um etwaige Einsprüche abgelehnter Betreiberfirmen zu ermöglichen. Zwick sprach im Zusammenhang mit der Vergabe von einem „historischen Moment.“ „Wir sind froh, dass unsere Bemühungen zu einem Erfolg geführt haben und wir mit dem Netzbetreiber jetzt den aktiven Betrieb des Netzes vorbereiten können.“
In einem ersten Schritt werde mit dem Betreiber eine Abstimmung über die anstehenden Arbeiten geführt. Als Ergebnis davon soll ein Zeitplan entstehen, wann in welcher Gemeinde und in welchem Stadtteil mit einer Breitbandversorgung zu rechnen ist. Die Reihenfolge richte sich nach technischen Gegebenheiten, erläutert Zwick. So lasse sich jetzt noch nicht sagen, ob Langenhart vor den Täle Gemeinden an die Reihe kommt oder ob die Anschlüsse in umgekehrter Reihenfolge kommen werden. Er hoffe jedoch darauf, dass diese Liste bis Ende März erstellt werden kann.
Je nach Entfernung vom Einspeisepunkt sollen Übertragungsraten von 60 Mbit im Download und 10 Mbit im Upload zur Verfügung stehen. „Damit sind schon jetzt sehr gute Übertragungsraten möglich“, betonen Bernt Aßfalg und Andreas Gräfe, die beiden BSL-Geschäftsführer. Der Netzbetreiber werde entsprechend den Ausschreibungsbedingungen für die Nutzung des Glasfasernetzes eine Pacht bezahlen. Über die Höhe der Pacht macht die BSL keine Angaben.
Laut Bürgermeister Zwick, erfolgte die Auswahl der Neckarcom nach einem bestimmten Schlüssel über die Kriterien Pachtpreis, Reaktionszeit im Netz, den Endkundenpreis und die maximale Geschwindigkeit beim Hoch- und Runterladen von Daten. Bei den Geschwindigkeiten und dem Endkundenpreis seien die beiden Bewerber, die zuletzt noch im Rennen waren, vergleichbar gewesen. Den Ausschlag habe die Pacht und die Reaktionszeit im Netz gegeben, die eine technische Größe darstellt, mit der Netze miteinander verglichen werden können. Auf die Frage, ob die Telekom auch an dem Betrieb des Netzes Interesse gehabt hat sagt Zwick, dass er aufgrund der Vergaberichtlinien nicht sagen dürfe, wer nicht zum Zug gekommen ist.
Das Geld, das die BSL über die Verpachtung des Netzes einnimmt, werde für den Betrieb der BSL genommen und dafür, das passive Netz bei Bedarf aufzurüsten. Falls Gewinne erzielt werden, könnten diese auch an die Teilnehmer ausgeschüttet werden.
Die Neckarcom Telekommunikation GmbH ist ein Unternehmen der EnBW-Gruppe, die bereits ein 5000-Kilometer-Glasfaser-Hochgeschwindigkeitsnetz im Land betreibt und sich neue Märkte erschließen möchte. Das Unternehmen betreibe unter anderem in Salem im Bodenseekreis, in Hettingen und Langenenslingen oder in einem Teil von Ostrach, der nicht von der BSL versorgt wird, Glasfasernetze, sagt Zwick. Das Netz der BSL umfasst 169 Kilometer in Meßkirch, Illmensee, Wald, Hohenfels, Leibertingen, Sauldorf, Sigmaringen und Inzigkofen. Es soll die Versorgung von 20 000 Haushalten mit breitbandigen Telekommunikationsangeboten ermöglichen, erinnert der Bürgermeister.
