Meßkirch Giftige Brom-Dämpfe im Gymnasium
Wegen giftiger Brom-Dämpfe wurde das Meßkircher Heidegger-Gymnasium gestern komplett geräumt. Bilder: Dieterle-Jöchle
Meßkirch - Der Chemielehrer hatte über Atembeschwerden geklagt und war sicherheitshalber zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht worden. Den Schüler des Meßkircher Gymnasiums wurde vom Notarzt, der zum Gymnasium geeilt war, geraten, sich bei möglichen Beschwerden an die jeweiligen Hausärzte zu wenden.
Gefahrgut-Alarm am Martin-Heidegger-GymnasiumEine Schülerin und zwei Feuerwehrleute erlitten leichte Verletzungen durch Reizung der Atemwege. Die Schülerin wurde vor Ort von Einsatzkräften des Roten Kreuzes mit Sauerstoff versorgt. 12 Helferinnen und Helfer des Roten Kreuzes und der Notarzt waren beim Gymnasium im Einsatz.
Für die angrenzenden Anwohner bestand keine Gesundheitsgefahr, teilte die Polizei mit. Zur Sicherheit wurde das Schulgebäude von der Feuerwehr belüftet.
Der gestrige Nachmittagunterricht war wegen des Vorfalls abgesagt worden, sagte Schulleiter Eberhard Müller in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Heute, Dienstag, soll der Unterricht wieder normal laufen.
Wegen der sich ausbreitenden Brom-Dämpfe war die Schule, in der sich zu diesem Zeitpunkt rund 500 Schüler befanden, sicherheitshalber komplett evakuiert worden.
Dem Chemielehrer war im Vorbereitungsraum eine Flasche mit etwa 200 Millilitern Brom aus der Hand geglitten und zerbrochen. Die stark reizenden Bromdämpfe breiteten sich rasch aus. Der Lehrer, der sich allein in dem Raum aufhielt, erlitt Reizungen der Schleimhäute und Atemwege. Er konnte aber eine Schulklasse im angrenzenden Klassenzimmer noch warnen und ins Freie schicken.
Nach Alarmierung von Feuerwehr und Polizei ließ die Schulleitung vorsorglich die gesamte Schule räumen.
Unter Atemvollschutz sowie in Schutzanzügen reinigten und belüfteten Feuerwehrmänner die betroffenen Schulräume. Ein kompletter Zug der Meßkircher Feuerwehr mit 24 Mann unter der Leitung des stellvertretenden Stadtkommandanten Markus Gruber war zum Gymnasium ausgerückt und hatte die Lage schnell im Griff. Auch Kreisbrandmeister Michael Hack war vor Ort. Da die Meßkircher Wehr zum Gefahrengutzug der Feuerwehren im Landkreis gehört, ist sie für solche Einsätze ausgerüstet. Die Einsatzkleidung zweier Feuerwehrmänner muss nach dem Einsatz nun dekontaminiert werden.
