Meßkirch Gemeinderat bewilligt weitere 190 000 Euro für Klosterstadtbaustelle Campus Galli

Der Gemeinderat Meßkirch stellt in den nächsten zwei Jahren 190 000 Euro für die Klosterbaustelle "Campus Galli" bereit. Gleichzeitig hat Wirtschaftsförderer Wilhelm Stöcker ein Rechnungswesen auf die Beine gestellt.

Der Gemeinderat Meßkirch hat am vergangenen Dienstag in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, der Klosterstadtbaustelle "Campus Galli" in diesem Jahr zusätzliche 170 000 Euro bereit zu stellen und im kommenden Jahr zusätzliche 20 000 Euro. In den 170 000 Euro für 2013 seien 50 000 Euro bereits enthalten, die im September an den Verein geflossen sind. Dies teilte Bürgermeister Arne Zwick bei einem Pressegespräch im Rathaus mit. Es sei unverändert der politische Wille des Gemeinderats, dass die Anschubfinanzierung nach zwei Jahren endet, stellte Zwick fest.


Wilhelm Stöcker, Wirtschaftsförderer der Stadt, und Bert M. Geurten, Vorsitzender des Vereins Karolingische Klosterstadt, hätten in den vergangenen Wochen zusammen ein Rechnungswesen erarbeitet, das künftig monatliche Informationen ermöglichen werde und somit etwaige Gegenmaßnahmen zeitnah ermöglichen soll.
 

Der Wirtschaftsbeirat, zu dessen Mitgliedern auch der Meßkircher Unternehmer Lothar Bix, Manfred Sattler, Präsident der IHK Koblenz, Markus Herz, Vorstandsmitglied der Volksbank Meßkirch und Carsten Knaus, Vorstandsmitglied der Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch, zählen, sei überzeugt, dass sich Campus Galli auf einem guten Weg befindet und es gebe einen „großen Optimismus“, berichtet der Bürgermeister.

Weniger Besucher als gedacht


Die durch den Gemeinderat beschlossene Zahlung sei in diesem Jahr durch die späte Eröffnung der Klosterstadtbaustelle am 22. Juni notwendig geworden und dadurch, dass deswegen weniger Besucher kamen, als bei der ursprünglichen Kalkulation 2011 erahnt hätte werden können. 2011 sei man so davon ausgegangen, im April zu eröffnen. Die „echten Zahlen“ für 2013 hätten so noch nicht vorgelegen und in diesem Jahr sei „ad hoc ein mittelständisches Unternehmen auf die Beine gestellt worden“, hob Zwick hervor.

Wirtschaftsförderer Stöcker bezeichnet das Anfangsjahr als Phase einer „schwierigen unternehmerischen Existenzgründung“, in der aus dem Stand 26 Angestellte hinzugekommen seien. „Die Nachführung der Planung zu erarbeiten, hätte vorher nicht geleistet werden können“, stellt Bürgermeister Zwick fest. Für das dritte und vierte Jahr der Klosterstadtbaustelle seien dem Rat drei mögliche Szenarien vorgestellt, wie die Weiterentwicklung des Projekts laufen könnte und die eine weitere Unterstützung notwendig machen könnten.

Korrigiert worden sei auch die Besucherzahl, die gebraucht werde, damit Campus Galli im dritten Jahr eine schwarze Null schreiben kann. Dies wurde von 115 000 auf jetzt 61 000 Besucher reduziert. Das liege daran, dass die Sachkosten bei der Planung aus 2011 fälschlicherweise zu hoch angesetzt wurden und der Erlös pro Besucher höher ausfalle, als geplant. Für 2014 werde erwartet, dass über die Hälfte der Besucher in Gruppen anreisen und Führungen buchen werden. Es werde ein Umsatzerlös von rund 600 000 Euro bei 40 000 Besuchern erwartet. Mit dieser Besucherzahl orientiere man sich an den Erfahrungen der Mittelalterbaustelle Guedelon im ersten Öffnungsjahr, hält Zwick fest. Wirtschaftsförderer Stöcker sagt: „2014 wird ein ganz wichtiges Jahr werden.“

Er sei sich ganz sicher, dass die Stadt auf längere Sicht von dem Projekt profitieren werde, sagte Zwick. Laut Geurten, sei vertraglich vereinbart, dass der Stadt ab 2016 eine fünf Prozent-Pacht zusteht und in den beiden Jahren davor eine Zahlung von jeweils 10 000 Euro durch den Klosterstadtverein an die Stadtkasse erfolgen soll.

Die Finanzierung

So sehen die Kosten der Klosterstadtbaustelle für die Stadt Meßkirch aus:
Die städtische Anschubfinanzierung beläuft sich 2013 auf 240 000 Euro (2011 waren 70 000 Euro geplant) und für 2014 auf 70 000 Euro (2011: 50 000). Für die zwei Folgejahre gibt es keinen Ratsbeschluss. Ein zinsloses Darlehen des Landkreises beläuft sich für 2013 und 2014 jeweils auf 50 000 Euro. Weiteres Geld erhält das Projekt von Sponsoren. Für die Herstellung der Anlage und der Infrastruktur von Campus Galli stellte die Stadt 262 000 Euro bereit. 450 000 Euro kamen von der EU und dem Land dazu.

Meinungen aus dem Gemeinderat

Die Fraktionsführer von CDU und Freie Wähler (FW) im Gemeinderat nehmen Stellung zu der beschlossenen Erhöhung der Anschubfinanzierung. Rüdiger Hillenbrand (SPD) war gestern telefonisch nicht zu erreichen:

Manfred Amann (CDU): „Wir stehen zu dem Projekt und der Rat hat schon letztes Jahr signalisiert, die Anschubfinanzierung maximal vier Jahre zu leisten in Höhe von 400 000 bis 450 000 Euro“, stellt Amann fest. „Dass es einen Zuschuss zum Abmangel braucht, ist nicht neu. Was neu war und dafür war es höchste Zeit ist, dass jetzt Zahlen vorliegen, alles aufgearbeitet wurde und fortgeschrieben wird.“ Der Klosterstadt-Verein bemühe sich auch ständig, an Spenden zu kommen, sagt Amann.

Joachim Bach (FW): Wir haben uns als Gemeinderat entschieden, das Projekt für die ersten drei oder vier Jahre zu unterstützen. Ich denke, wenn wir Summen vorziehen müssen, ist das nicht so dramatisch.“ Das erste Jahr solle abgeschrieben werden und es sollte abgewartet werden, wie es 2014 im „reellen Betrieb läuft“. „Ich denke, dass sich das entwickelt und wir andere Zahlen bekommen werden“, sagt Bach. Er wisse, dass auch in der Fraktion nicht alle voll hinter dem Projekt stehen. „Aber die nächsten zwei Jahre sollte man ins Land ziehen lassen“, stellt Bach fest. (mos)

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