Zuvor war eine Zirkuskapelle in kompletter Bläserbesetzung samt Trommlern in die Halle einmarschiert und bezog sowohl auf als auch vor der Bühne Position, um den tosenden Beifall des Publikums nach den einzelnen Zirkusnummern mit einem Tusch zu untermalen.
Das Musical „Zirkus Furioso“ nach der Musik von Peter Schindler und dem Text von Babette Dietrich und Peter Schindler handelt von einem rund um den Globus ziehenden Zirkus, der am Ende seiner Welttournee mitten in der „Bodensee-Metropole Meßkirch“ ein letztes Mal Station macht. Sämtliche Hauptrollen waren doppelt besetzt. Normalerweise zaubert das Wort „Zirkus“ kleinen und großen Menschen ein Glänzen in die Augen und versetzt sie in die Welt der Stars und Künstler, in eine Welt der Darbietungen in Perfektion.
Nicht so im Zirkus Furioso. Bereits zum Auftakt glänzte Waltraud Pimpelmoser (Sarah Muffler, Jennifer Wulfert), die Frau des rundlichen Zirkusdirektors Leo Pimpelmoser (Katharina Ott, Nathalie Waldenspuhl), durch Abwesenheit. Der immer wieder eingreifende dumme August (Michelle Kamp, Hannah Senftleber) durfte nicht fehlen. Das Porgramm begann mit einer mongolischen Dressurpferdenummer, nach der der angekündigte Fakir Fanfalo zunächst nicht erschien, da er auf dem Nagelbrett eingeschlafen war. Ihrem Namen alle Ehre machend, gluckerte Giraffe Gluglu anmutig durch die Manege und gab weitere seltsame Geräusche von sich. Wie der Fakir, so ließ auch der tanzende Zirkusbär Bruno auf sich warten, denn er war aus der Haut gefahren. Er trocknete sich nach Honigverbot und einer kalten Dusche durch seinen Dompteur mit seinem eigenen Fell ab.
So folgte eine Atem raubende Nummer auf die andere – stets virtuos begleitet vom Unterstufenchor unter der Leitung von Markus Fiederer am Klavier und einer Instrumentalgruppe. Die beiden Seiltänzerinnen (Yvonne Müller, Michelle Deora) beherrschten ihre Kunst, umrahmt von unzähligen tanzenden Regenschirmchen. Messerwerfer Jack entlockte mit seinen Messerwürfen so manchem einen Schreckensschrei, und mit dem Feuerspucker Signor Vulkano, dem Seifenblasenjongleur Merlino, dem besten Zauberer des Universums, Dr. Magicus, dem Entfesselungskünstler Harry Hudini, Chico, dem tanzenden Elefanten, und einer bezaubernden Jonglage-Choreographie mit etwa 50 leuchtenden Flummies nahte der furiose Schluss, mit der Nachricht, der Tiger sei entlaufen.
Am Ende entpuppte sich der lang von allen gesuchte, schließlich alleine in die Manege zurückkehrende wilde Tiger als schlafende Bestie, die zuvor eine riesige Flasche beruhigenden Hustensaft getrunken hatte. Nach dem Finale feierte das begeisterte Publikum die Hauptdarsteller sowie die über hundert Mitwirkenden, begleitet von der Zirkuskapelle, mit tosendem Beifall.
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