Den muslimischen Meßkirchern steht mit dem 4000 Quadratmeter großen Friedhofsteil eine der größten Begräbnisstätten in der Bundesrepublik zur Verfügung. Das sagte Yildirim Sahin vom Türkischen Kulturverein im SÜDKURIER-Gespräch.
Der Generalkonsul erinnerte in seiner Ansprache auf dem Friedhof daran, dass derzeit in der Bundesrepublik drei Millionen Bürger islamischen Glaubens lebten. Die Stadt Meßkirch habe mit der Einrichtung des Gräberfeldes den Bedürfnissen der islamischen Bevölkerung Rechnung getragen. Ari: „Feiern wie die heutige stärken den Zusammenhalt in einer Gemeinde.“ Der Vertreter des türkischen Staates betonte, dass Christen und Muslime in einer heterogenen Gesellschaft lebten. Er verband die Feststellung des gemeinsamen Lebens mit der Aufforderung, „voneinander zu lernen und offen und vorurteilsfrei aufeinander zuzugehen“.
Der Generalkonsul wertete das nun in Meßkirch Realität gewordene Nebeneinander unterschiedlicher Bestattungsformen als „Ausdruck gelebter Vielfalt“ und gab seiner Zuversicht für ein „friedliches und freundschaftliches Miteinander“ von Christen und Muslimen Ausdruck.
Ähnlich auch die Wertung von Professor Dere. Der Ditib-Vorsitzende sprach von einer „Symbolkraft für die Freundschaft“ und erinnerte daran, dass das älteste islamische Gräberfeld in Berlin in den Zeiten der preußischen Könige eingerichtet wurde. Dere betonte, alle Menschen seien dem Tod unterworfen und der Tod sei damit ein Bestandteil des irdischen Lebens geworden, das nach den Worten des Korans ein „trügerischer Genuss“ sei. Aus dieser gemeinsamen Erfahrung des unausweichlichen Todes hätten sich verschiedene Friedhofskulturen entwickelt. „In Deutschland gibt es etwa 32 000 Friedhöfe, von denen bislang nur ein kleiner Teil mit einer muslimischen Begräbnisstätte ausgestattet sind“, sagte Dere.
Pfarrer Achim Roscher von der evangelischen Landeskirche und Sybille Konstanzer in Vertretung des katholischen Pfarrers betonten übereinstimmend, es sei gut, einen gemeinsamen Ort zum Trauern zu haben. Bürgermeister Arne Zwick wertete die Übergabe des Gräberfeldes als „erfreulichen Anlass auf dem Friedhof“ und die Schaffung des Gräberfeldes als Zeichen für „gelebte Integration“. Imam Abdulah aus Pfullendorf rezitierte singend Koranverse.
