Grund zur Klage über das Weihnachtsgeschäft haben die Meßkircher Händler nach eigener Aussage kaum. Allerdings sind ihre Ansätze, wie sie mit der Konkurrenz durch Internetanbieter sowie durch die Einkaufsmöglichkeiten in größeren Städten umgehen, unterschiedlich.
Hermann Müller, Inhaber des gleichnamigen Schuhgeschäfts, betont, dass in seiner Branche das Weihnachtsgeschäft nicht so stark im Vordergrund stehe. Wohl aber sorgt das winterliche Wetter für Kundenzuwachs: „Es sind häufig Zweckkäufe, da man wegen des Schnees merkt, dass die Füße frieren.“ Grundsätzlich setzt Müller auf Qualität, die im höheren Preissegment angesiedelt ist. Durch eine fachkundige Beratung zur Passform von Schuhen sei sein Geschäft über die Region hinaus bekannt. Im Weihnachtsgeschäft wiederum würden häufig Gutscheine verschenkt. Dies biete sich bei Schuhen, die man anprobieren müsse, an.
Im Buchhandel scheint zumindest der Status quo zufriedenstellend zu sein. Dieter Karl, Chef der Buchhandlung und des Schreibwarengeschäfts J. Schönebeck, erwartet einen etwas besseren Umsatz als im vergangenen Weihnachtsgeschäft. Das sei allerdings nicht besonders gut gelaufen. Die Konkurrenz durch die Internetanbieter seien im Buchhandel stark zu spüren. Dennoch gebe es viele Kunden, die mit einem Internetausdruck kämen und das Buch beim örtlichen Buchhandel bestellten. „Gut gehen Belletristik, Krimis und historische Romane, aber auch Kochbücher“, fasst Dieter Karl zusammen, „Aktuell ist der Band mit Beiträgen zur Geschichte Meßkirchs stark nachgefragt worden.
“ Auch Bücher des Schriftstellers Arnold Stadlers seien wegen des regionalen Bezugs gefragt.
Schmuck und Uhren sind Klassiker unterm Christbaum. Dennoch gehe der Trend seit Jahren weg von Luxusgütern hin zu technischen Geräten, berichtet Juwelier und Optikermeister Heimo Sauter. Doch auch er setzt auf die Beratung seiner Kunden und den persönlichen Kontakt: „Wir kennen unsere Kunden gut und können zielgerichtet beraten. Es gibt selten Fehlkäufe.“ Mit dem Weihnachtsgeschäft sei er zufrieden. Auch beim Juwelier sind allerdings Gutscheine sehr gefragt.
Sieglinde Hauber, die das gleichnamige Lederwarengeschäft leitet, berichtet, dass die Nachfrage nach Lederwaren und Geldbeuteln jedes Jahr groß sei. „Es wird bedacht eingekauft, das Nützliche ist entscheidend.“ Ihr sei jedoch aufgefallen, dass an Samstagen weniger gekauft werde als früher. Hier mache sich die Anziehungskraft größerer Städte bemerkbar.
