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Meßkirch Diplombiologe zeigt das Biber-Leben

11.08.2012
Meßkirch -  SÜDKURIER-Ferienprogramm lädt zu einer Biber-Exkursion.

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Einen Flussbauer ohne Gehaltsanspruch gibt es das? Die eindeutige Antwort dazu ist: „Ja“. Es geht dabei aber nicht um einen hoch ausgebildeten Menschen, sondern um den Biber. Mitte des 19. Jahrhunderts in fast allen Regionen Deutschlands ausgestorben, hat er zwischenzeitlich längst wieder seine angestammten Lebensräume zurück erobert – beispielsweise auch an der Donau.

Wie er dort oder an anderen Flussläufen lebt, sich als natürlicher Landschaftsgestalter betätigt und die Natur bereichert, ist bei einer Exkursionen am Samstag, 18. August, im Rahmen des SÜDKURIER-Ferienprogramms und in Zusammenarbeit mit dem Haus der Natur in Beuron zu erfahren. Diplombiologe Franz Spannenkrebs, Biberbeauftragter des Regierungspräsidiums Tübingen, wird aber auch nicht verhehlen, warum der Biber und sein Tun immer wieder auch zum Zankapfel werden. Wie genau das Familienleben der Biber aussieht und was er alles als Landschafts- und Biotopgestalter für die Natur tut, das wird Spannenkrebs ausführlich berichten. Und bei seiner Exkursion entlang der Donau werden auch Biber-Spuren zu finden sein. Der Biber selbst werde sich aber wohl kaum sehen lassen. Nicht verschwiegen werden solle bei der Führung auch warum der fleißige Baumeister mit seinem schwertartigen Schwanz immer wieder mal in Ungnade bei Menschen fällt. Eine Statistik zur Anzahl der Biber im Jahr 2010 zeigt auf, dass 102 Biber in 29 Revieren im Landkreis Sigmaringen lebten. Im Regierungsbezirk Tübingen waren es 679 Tiere mit 194 Revieren. Sie breiteten sich über abwandernde Jungtiere aus, die eigene Reviere suchen.

Ihre Lebenserwartung liege zwischen zehn und zwölf Jahren. Laut Spannenkrebs, liebt der Biber abwechslungsreiche Wasserläufe mit Uferläufen, an denen es sich graben lässt; bevorzugt Holz- und Krautbestände, die seiner Ernährung dienen. Seine Reviergrenzen könnten eine Uferlänge von mehr als fünf Kilometern erreichen. Dort, wo der Biber sich ansiedelt, gestalte er seinen Lebensraum, meist zuerst zu sehen an gefällten oder angenagten Bäumen. Von dem Biber als einem natürlichen Landschafts- und Biotopgestalter profitierten zahlreiche andere Tierarten wie Vögel und Libellen, fährt Spannenkrebs fort. Als Heimat bevorzugten sie stille Gewässer und Flussläufe mit nicht zu starker Strömung, wo sie ihre Biberburgen, bauen. Einen großen Teil seiner Aktivitäten entfalte der Biber indes unter der Erdoberfläche – und genau deshalb kommt es auch immer wieder zu Konfliktsituationen mit dem Menschen; beispielsweise dann, wenn flussnahe Wege von Bibern untergraben werden.

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