Meßkirch Der Jungen Union fehlen 1333 Euro
Das Thema Veruntreuung beschäftigt derzeit die CDU-Nachwuchsorganisation in Leibertingen. (Symbolbild) Bild: Jens Büttner (dpa-Zentralbild)
Ärger bei den Christdemokraten und ihrer Nachwuchsorganisation in Leibertingen: Gegen einen früheren Vorsitzenden der Jungen Union (JU) Meßkirch will die Junge Union Leibertingen Strafanzeige stellen. Der Vorwurf lautet auf Veruntreuung von 1333 Euro. Das bestätigt Guido Amann, der Vorsitzende der CDU Leibertingen.
Die Vorgeschichte, wie Amann sie darstellt: Vor rund einem Jahr habe es die Überlegung gegeben, die JU Meßkirch mit anderen CDU-Nachwuchsorganisationen aus dem Meßkircher Umland zu vereinen. Darunter auch die JU Leibertingen, die schon lange Zeit inaktiv, aber nicht aufgelöst sei, betont er. Das für eine Auflösung notwendige Prozedere habe so nie stattgefunden. Der jetzt in der Kritik stehende ehemalige Vorsitzende der JU Meßkirch habe erfahren, dass bei der JU Leibertingen noch Geld vorhanden war, und habe offensichtlich geglaubt, dass der JU Meßkirch als Nachfolgeorganisation der JU Leibertingen dieses Geld zustehe. Darauf sei der Ex-Vorsitzende zum Kassierer der JU Leibertingen gegangen und habe hartnäckig die Herausgabe der Bankunterlagen gefordert. Am Folgetag habe der Ex-Vorsitzende den Betrag in Leibertingen bei der Bank abgehoben, ihn aber laut Amann nie auf das Konto der JU Meßkirch eingezahlt. Amann stellt fest: „Man muss ihm leider unter stellen, dass er das Geld in bar abgehoben hat mit dem Ziel, es zu unterschlagen.“ Und er fügt an, dass das Geldabheben seines Wissens die einzige aktive Aktion war, die der Ex-Vorsitzende in seiner Amtszeit geleistet habe.
Der Ex-Vorsitzende weist die Beschuldigungen seiner früheren Parteifreunde weit von sich. Er äußerte sich zu dem Vorwurf in einer E-Mail wie folgt: Er sei vom Kassenführer der CDU Leibertingen darauf aufmerksam gemacht worden, dass es früher einen Leibertinger JU-Ortsverband gab und dementsprechend auch noch ein Konto. „Da dieser Verband ja nun auch zu Meßkirch gehört, sei ich ja nun dafür zuständig.“ Auf diese Aussage hin habe er das Konto aufgelöst mit der Absicht, das Geld in die Meßkircher Ortsverbandskasse einzuführen. Der Ex-Vorsitzende weiter: „Aber ab diesem Zeitpunkt ging alles irgend wie anders. Klar ist, dass dieses Geld weg ist.“ Klar sei auch, dass er von allen Seiten der Unterschlagung beschuldigt werde. Es stelle sich nach seiner Einschätzung nun aber so dar, dass „in dieser Sache einige andere mit verwickelt sind. Von der CDU-Seite her wie auch von der JU-Seite“, schreibt er. Er habe nun aber das Problem, dass alle davon jetzt nichts mehr wissen wollten, erklärt er gegenüber unserer Redaktion. „Aber da ich das Konto aufgelöst habe, bin ich die einzige Person, die man rechtlich belangen kann“, fügt er hinzu. Beweisen könne er seine Vorwürfe gegenüber den einstigen politischen Weggefährten nicht.
Amann, auf den Gegenvorwurf angesprochen, bezeichnet diese Aussagen als „dreist“ und als Ablenkungsmanöver. Dass sich der ehemalige JU-Vorsitzende versuche, als Märtyrer hinzustellen, sei ein starkes Stück. In einem Antwortschreiben des Mannes an die JU Leibertingen, von der er im Mai 2011 zur Rückgabe des Geldes aufgefordert worden war, hatte er, laut Amann, um „Entschuldigung wegen der Unannehmlichkeiten“ gebeten und eingeräumt „auf einem falschen Wissensstand“ hinsichtlich des Fortbestands der JU Leibertingen gewesen zu sein. Er hatte in dem Schreiben angekündigt gehabt, das Geld bis August 2011 zurückzugeben.
Amann sagt, dem Mann seien nach dem Vorfall mehrere Ultimaten gestellt worden, das Geld zurückzubezahlen. Doch nichts sei geschehen. Jüngst sei der Ex-Vorsitzende in einer Mail des CDU-Kreisvorsitzenden letztmalig aufgefordert worden, die unangenehme Sache zu bereinigen. Doch auch diese Aufforderung habe nicht die erhoffte Wirkung gezeigt. Über den Verbleib des Geldes machte der ehemalige Vorsitzende auch in seinem jüngsten Antwortschreiben keine Angaben.
Bislang ist der ganze Vorfall lediglich ein parteiinterner gewesen. Die Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft ist noch nicht gestellt, dies soll aber nach CDU-Angaben voraussichtlich in der allernächsten Zeit geschehen. Dann könnte dem Ex-Vorsitzenden ein Verfahren wegen des Vorwurfs der Veruntreuung von Geldern der CDU-Jugendorganisation drohen.
