Bei der Diskussion meldete sich der Initiator der Langenharter Bürgerinitiative, Theo Beil, zu Wort und beklagte eine viel zu dürftige sowie zu späte Bürgerinformation im Zusammenhang mit der Planung der Flächen für Windkraftanlagen. Auf die jüngste Information könne der Bürger praktisch gar keinen Einfluss mehr nehmen könne, da die Fristen so gut wie abgelaufen seien, beklagte er. „In den ersten Plänen betrugen die Abstände zur Wohnbebauung noch 1500 Meter – und heute werden diese Abstände immer geringer“, monierte er. Es könne doch wohl nicht sein, dass beispielsweise roter Milan oder Fledermaus in dieser Planung offensichtlich mehr Schutzwürdigkeit genießen als der Mensch, fuhr er fort.
Kein Bürger verstehe, dass Meßkirch in seinem Flächennutzungsplan deutlich mehr Flächen für Windkraftanlagen ausweise als der Regionalplan vorsehe, stellte er fest. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen Windkraft“, versicherte Thomas Bücheler aus Langenhart, „aber das Landschaftsbild darf nicht durch ausufernde Planungen nachhaltig negativ verändert werden“, fuhr er fort. „Wir müssen hier gesetzliche Vorgaben einer grün-roten Landesregierung umsetzen, die Unmengen an Steuergeldern verschlingen, aber ineffektiv sind, da es hier zu wenig Wind gibt“, sagte CDU-Gemeinderätin Insa Bix. „Wir kämpfen dafür, dass unsere Bürger dabei den Nutzen haben – und nicht irgendwelche Investoren.“
Die größte Fraktion im Gemeinderat bekam die dringende Bitte mit auf den Weg, sowohl im Gemeinderat als auch im gemeinsamen Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft dafür zu kämpfen, dass tragfähige bürgernahe Lösungen gefunden werden, die auch die Belange und vor allem die Gesundheit der nachfolgenden Generationen im Blick haben.
Dass die Pläne des Moschee-Neubaus in der aktuellen Gemeinderatssitzung von den Räten nicht – wie von den Ausschussmitgliedern des islamischen Kulturvereins erwartet – abgesegnet wurden, habe daran gelegen, dass die Tagesordnung lediglich eine Präsentation der neuesten Pläne, nicht aber eine Abstimmung darüber vorsah, stellte CDU-Mann Jürgen Alber fest. Man habe die Notwendigkeit verschiedener Änderungen, beispielsweise hinsichtlich der Größe, der Bauhöhe sowie der Anzahl der Minarette gesehen, das müsse städtebaulich schon einigermaßen passen, so Alber.
Yildiray Sahin vom islamischen Kulturverein betonte: „Wir wollen mit viel gutem Willen einen für alle begehbaren Weg finden!“ Die Bürger Meßkirchs sollten nicht überfordert werden, man könne über alles reden, auch über die Anzahl der Minarette, fuhr Sahin fort. Er räumte ein, dass Fehler gemacht worden seien, forderte aber dazu auf, nie zu vergessen, dass auch er, wie viele seiner Glaubensbrüder teilweise seit über 40 Jahren Meßkircher Bürger mit deutscher Staatsbürgerschaft seien.