Jürgen Stach und Timo Rauser, die beiden Betriebsratsvorsitzenden bei Bizerba in Meßkirch, im Gespräch über das Ergebnis der Tarifverhandlungen zwischen IG Metall und Südwestmetall.
Wie beurteilen Sie den Tarifabschluss?
Jürgen Stach: Meine persönliche Meinung ist, dass wir zufrieden sein können. Bei der Übernahme von Auszubildenden haben wir uns zu hundert Prozent durchgesetzt und beim Thema Leiharbeit haben wir einen ersten Tritt in der Tür.
Wie ist nun die Stimmung bei der Bizerba in Meßkirch?
Timo Rauser: Die Leute sind zufrieden mit dem Lohn und den qualitativen Sachen. Wir haben auch Kollegen, die über die Leiharbeit bei uns reingekommen sind und die haben das richtig positiv empfunden.
Was für Verbesserungen sind denn da nun gekommen?
Stach: Ein wichtiger Punkt ist, dass der Betriebsrat eine innerbetriebliche Stellenausschreibung verlangen kann, bevor ein Leiharbeiter länger als drei Monate eingesetzt wird. Der Arbeitgeber muss künftig auch regelmäßig über den geplanten Einsatz von Leiharbeitern im Betrieb informieren und der Betriebsrat kann in die Vertragsbedingungen Einsicht nehmen.
Wie viele Leiharbeiter gibt es denn derzeit im Werk Meßkirch?
Rauser: Drei.
Das ist doch wenig, oder?
Stach: Derzeit ist es für uns kein Thema, aber es kann ruckzuck eins werden.
Zu Regelungen für die Übernahme von Studenten aus dem dualen Studium kam es in den Verhandlungen nicht. Wie sehen Sie das?
Stach: Ja, das haben wir leider nicht hingebracht.
Betrifft das auch Meßkirch?
Stach: Nein, aber Balingen betrifft es sicher. Wir werden da dranbleiben, neue Konzepte entwickeln und es wieder einbringen wenn auch vielleicht noch nicht bei der nächsten Runde. Da geht es ja Ende des Jahres schon wieder weiter. Ganz wichtig für uns war es aber, dass unsere Auszubildenden in unbefristete Arbeitsverhältnisse übernommen werden sollen. Bisher war das ein No-Go-Thema bei der Südwestmetall. Wir haben derzeit zehn und im Herbst 14 Auszubildende in Meßkirch und unsere jetzigen Azubis haben sich voll an der Tarifauseinandersetzung beteiligt. Die Jugend hat sich dieses Mal gewehrt, um das zu erreichen, und kann das Ergebnis jetzt mit Stolz ernten.
Und wie geht es jetzt weiter?
Stach: Am Donnerstag haben wir hier eine Mitgliederversammlung, in der die Ergebnisse ausgiebig diskutiert werden sollen. Die Stimmung von dort werde ich dann mitnehmen zum nächsten Treffen der Tarifkommission am 6. Juni in Stuttgart, bei dem eine endgültige Entscheidung über den Tarifabschluss getroffen werden soll.
