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11.08.2012  |  0 Kommentare

Meßkirch Beispiel für Wunderkammer auf Burg Herrenzimmern

Meßkirch -  Stadtgeschichte: Die Anamorphose des Grafen Wilhelm Werner von Zimmern gilt als Prunkstück der Ausstellung der Kreisgalerie im Schloss

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Die so genannte Zimmern'sche Anamorphose, die sich heute im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg befindet, ist ein kleines Prunkstück der Zimmern-Ausstellung, die derzeit in der Kreisgalerie Schloss Meßkirch gezeigt wird.

Um 1538 wurde sie von Graf Wilhelm Werner von Zimmern bei einem unbekannten Künstler in Auftrag gegeben. Was aussieht wie die Schauseite einer Renaissancetruhe, entpuppt sich als flache Tafel mit kunstvoll verziertem Rahmen, auf der einzelne figürliche Darstellungen und scheinbar zusammenhanglose Details zu erkennen sind. „Anamorphose“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Umformung“. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts forschten Künstler wie zum Beispiel Leonardo da Vinci und Albrecht Dürer über das Prinzip der optischen Täuschung. So handelt es sich auch bei der Anamorphose um ein Wackel- oder Kippbild, der Fachbegriff lautet „Lenticular“. Je nach Blickwinkel des Betrachters ergibt sich eine neue Ansicht. Von links erscheint das Porträt des Grafen Wilhelm Werner, von rechts das seiner Gattin Amalia von Leuchtenberg. Tritt man nur einen Schritt zur Seite, verschwimmt das jeweilige Porträt zum Zerrbild. Scharniere deuten darauf hin, dass an der Tafel Seitenflügel angebracht waren. Darauf waren vermutlich die beiden Porträts unverzerrt und klar erkennbar zu sehen.

Die Frontseite der Zimmern'schen Anamorphose ist der Familiengeschichte gewidmet. Neben der „Stromberg-Sage“ oben, sind am unteren Rand einzelne Figuren der Familie zu erkennen, die durch ihre Wappen näher bezeichnet werden.

Die Anamorphose steht exemplarisch für die berühmte Wunderkammer, die Wilhelm Werner auf Burg Herrenzimmern einrichtete. Die Interessen des Juristen und Gelehrten waren vielfältig und finden sich gebündelt in der Anamorphose wieder. Familiengeschichte, die Vergänglichkeit des Seins und die neuen Möglichkeiten der Kunst – die Anamorphose birgt viele Perspektiven und Deutungen.

Serie "Stadtgeschichte"

In der Kreisgalerie Schloss Meßkirch läuft noch bis zum 16. September die Aussstellung "Mäzene, Sammler, Chronisten. Die Grafen von Zimmern und die Kultur des schwäbischen Adels". In der SÜDKURIER-Serie werden ausgewählte Ausstellungsstücke vorgestellt, die einen Bezug zum Ausstellungsort Meßkirch haben.

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