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Meßkirch Arnulf Heidegger: Rückkehr nach Meßkirch ist denkbar

Während in Freiburg weiter darüber nachgedacht wird, den Martin Heidegger-Lehrstuhl abzuschaffen und in der Welt über die Verstrickungen des Meßkircher Ehrenbürgers in den Nationalsozialismus debattiert wird, besuchte der SÜDKURIER den Enkel des Philosophen und heutigen Nachlassverwalter, Arnulf Heidegger, zu einem Interview in Singen.

Arnulf Heidegger, der zuletzt bei dem Seminar der Heidegger-Stiftung über die „Schwarzen Hefte“ im Februar zu Besuch in Meßkirch war, stand darin Antwort zu Vorwürfen, die zuletzt auch gegen die Veröffentlichungspolitik der Familie Heidegger erhoben worden waren.

Auf die Frage, wie er zum Rücktritt von Günther Figal, dem bisherigen Vorsitzenden der Heidegger-Gesellschaft, steht, sagte Arnulf Heidegger: „Bei einer Feier zu Figals 65. Geburtstag an der Universität Freiburg hatte ich vorgeschlagen, dass an der Universität eine offene und sachlich-kritische Auseinandersetzung mit den ‚Schwarzen Heften' stattfinden möge. Bedauerlicherweise hat er als Lehrstuhlinhaber und damals noch Vorsitzender der Gesellschaft nicht die Führung in dieser Auseinandersetzung übernommen.“ Wie berichtet war Figal mit Verweis auf die antisemitischen Passagen in den „Schwarzen Heften“ zurückgetreten. Figal habe nicht das Vorgehen bei der Gesamtausgabe kritisiert, „wohl aber mein Verhalten bezüglich Marbach. Ich fand das nicht nachvollziehbar“, sagt Arnulf Heidegger. „Wenn er mit mir nach Marbach gefahren wäre und ich hätte alle Vorschläge hinsichtlich des gesperrten Nachlassteils abgelehnt, könnte ich seine Begründung verstehen. Diesen Versuch hatte er noch nicht einmal unternommen.“

Auf den Hinweis, dass Martin Heidegger zeitlebens eng mit Meßkirch verbunden war und Figal versucht hatte, die Gesellschaft von Meßkirch zu lösen, antwortete Arnulf Heidegger: „Das hat sich als Fehler erwiesen. Die Teilnahme an Tagungen in Marburg oder Tübingen war angesichts der Größe der Gesellschaft gering. Wenn die Gesellschaft fortbesteht, könnte ich mir eine Rückkehr nach Meßkirch vorstellen.“

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