Meßkirch Aktiv bei Campus Galli: Thomas Fuhrmann

Aktiv bei Campus Galli: Thomas Fuhrmann kümmert sich unter anderem um die Koordination der Mitarbeiter und die Sicherheit auf der Klosterstadtbaustelle

Als sich Thomas Fuhrmann aufgrund eines Zeitungsartikels über die karolingische Klosterstadt um eine Mitarbeit bewarb, konnte der gebürtige Mecklenburger noch nicht ahnen, dass ihm eine zentrale Stelle beim Projekt zufallen sollte. Seine solide Grundausbildung half dabei, in der neuen Tätigkeit in Meßkirch Fuß zu fassen, denn nach dem Architekturstudium arbeitete er zunächst im Bereich Projektvisualisierung, dann als Bauzeichner. Zuletzt organisierte er in einem Möbellager den Einsatz der Mitarbeiter und war für die Arbeitszuweisung zuständig.

„Was sich nun alles entwickelte, das war mir damals nicht bewusst“, erzählt Fuhrmann, der seit 2012 zusammen mit Dietmar Kohler und der Arbeitspädagogin Antonia Glöckler als Arbeitsanleiter die Mitarbeiter im ehemaligen Gasthaus Löwen organisiert. Das sei am Anfang so abgelaufen, dass Andreas Sturm nach den historischen Vorlagen recherchierte und Fuhrmann zusammen mit seinen beiden Mitstreitern im Löwen ausprobierte, wie der Arbeitsprozess funktioniert und wie er am besten umzusetzen ist. „Mittlerweile ist es so, dass der Schindelmacher einem Holzstück ansieht, ob sich daraus eine gute Schindel anfertigen lässt“, beschreibt Fuhrmann die technischen Fortschritte. Sie hätten schöne Entwicklungsprozesse erlebt in den letzten ein, zwei Jahren. „Und es hat Spaß gemacht, den Leuten zu zeigen, wie sie mit den Materialien umgehen müssen“, beschreibt er die Zusammenarbeit. Lachen muss er, als er sich an seinen ersten Weidenkorb erinnert. „Er sollte eigentlich einen geraden Boden und gerade Wände haben. Mein Korb glich aber eher einer Schale“, amüsiert er sich über die Anfänge.

Voller Lob äußert sich Thomas Fuhrmann über seine Mitarbeiter. Die ehemals Langzeitarbeitslosen, die über eine Kooperation mit dem Pfullendorfer Werkstättle zum Projekt „Campus Galli“ kamen, seien überaus engagiert und motiviert. Das habe er vorher als Arbeitsanweiser noch nicht so erlebt. Er könne sich jederzeit voll und ganz auf seine Leute verlassen.

Sein Mobiltelefon klingelt schon wieder. Nun ist es ein Transporter, der die Toiletten auf der Baustelle abliefern soll und der nicht genau weiß, wo sie abgeladen werden müssen. „Eigentlich sollte ich jetzt schon wieder auf der Baustelle sein“, erklärt er entschuldigend, doch auch im Büro gilt es noch einiges zu organisieren und in die Wege zu leiten. Wie viele Holzschuhe brauchen Mitarbeiter und Freiwillige auf der Baustelle und welche Größen müssen bestellt werden. Das klärt er noch schnell mit Natalie Amann ab. Da das Klosterstadtbüro seit dem 1. Mai mit Natalie Amann und Silke Hinz besetzt ist, spürt auch Thomas Fuhrmann einige Erleichterung, da er manches an die beiden Frauen abgeben kann.

Auch auf der Baustelle, wo acht bis zehn Leute arbeiten, gilt es ebenso zahlreiche Fragen zu klären. Darüber hinaus hält er regelmäßig Kontakt zu Vertretern der Stadt, um sie auf dem Laufenden zu halten. Doch obwohl sowohl seine Meinung als auch seine Entscheidungen überall gefragt sind, gerade im Endspurt vor der Eröffnung, bleibt er erstaunlich ruhig und gelassen. „Es hilft nichts, nervös zu werden“, erklärt er im Auto auf der Fahrt zur Baustelle. Er scheint zu den Menschen zu gehören, denen es tatsächlich gelingt, dieses bekannte Wissen für sich selbst zu nutzen.

Neben der Vorplanung im Büro, dem Vorbereiten der Bauanträge und ähnlichen bürokratischen Prozessen ist Fuhrmann auch für die Sicherheit auf der Baustelle zuständig. Dass dies nicht nur ein schwieriges, sondern auch kritisches Thema ist, zeigte sich bereits in heftigen Diskussionen in der Vorbereitungsphase. Auf Arbeitsschutz darf auf keinen Fall verzichtet werden, auch um den heutigen Gesetzen gerecht zu werden, erläutert er, insofern müsse eventuell ein bisschen Wolle herhalten, um Sicherheitsschuhe und Schutzhelme zu kaschieren.

Und kaum ist er auf der Baustelle angelangt, warten bereits die nächsten Entscheidungen. Reicht das Flechtwerk, um die Marder aus dem Hühnerstall fernzuhalten? Sind die schrägen Holzdecken stabil genug, oder muss noch ein Brett nachgeschoben werden? Nach der Eröffnung erwartet ihn eine weitere spannende Aufgabe, denn er gehört zum Mitarbeiterstamm, die Besucherführungen durch die Klosterstadtbaustelle übernehmen werden.

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