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Mengen Historische Bürgerwehren: Ein Stück Geschichte erwacht zum Leben

Historische Bürgerwehren und Stadtgarden haben sich in Mengen zum Jahrtag der Stadtsoldaten getroffen. Bürgerwehren und Stadtgarden reisen jedes Jahr zu diesem Anlass an.

Das bunte Bild der blauen Waffenröcke, der roten, schwarzen und weißen Helmbüsche auf den Pickelhauben und der Pelzmützen ist man auf dem Platz vor der Martinskirche und in den Straßen der Stadt gewohnt. Jetzt gesellten sich jedoch weitere Uniformen und Farben zu denen der Mengener Bürgerwache. Aus Bad Saulgau waren Abordnungen der dortigen Bürgerwache und der Stadtgarde zu Pferd mit ihren Fahnen und Standarten angereist.

Die Hohenzollern-Kürassiere aus Sigmaringen vervollständigten die Zahl der im Landkreis beheimateten vier historischen Bürgerwehren und Stadtgarden. Gelbe Husaren aus Altshausen, Fronleichnamsgrenadiers aus Munderkingen und Kameraden der Bürgerwehr Friedrichshafen gehören seit vielen Jahren schon zum Kreis der Gäste, die mit den Mengener Stadtsoldaten deren Jahrtag jeweils am dritten Samstag im neuen Kalenderjahr feiern. Erstmals reiste der im März zum Kommandanten des Landesverbands historischer Bürgerwehren und Stadtgarden in Württemberg-Hohenzollern gewählte Oberst Jürgen Rosenäcker aus Crailsheim zum Jahrtag nach Mengen.

Zug zur Liebfrauenkirche

Immer gern bei der Mengener Bürgerwache gesehener Gast ist Ehrenlandeskommandant Oberst Harald Neu aus Ehingen. Ihn verabschiedete die hiesige Wehr im Frühjahr mit einem Großen Zapfenstreich. Mit flotter Marschmusik von Spielmanns- und Musikzug zog die Schar der „Bürger im bunten Rock“ zur Liebfrauenkirche. Während der Eucharistiefeier gedachten sie ihrer verstorbenen Kameraden und anschließend erhielten Musiker und Gardisten, die zehn und mehr Jahre Dienstzeit aufweisen, bei einem Appell ihre Auszeichnungen vom Landesverband, der Bürgerwache und der Stadt. Beim Festakt im Bürgerhaus Ennetach gab Major und Kommandant Georg Bacher einen kurzen Rückblick auf die Ausrücktermine im Vorjahr und erzählte von der Begegnung mit Kardinal Walter Kasper beim Landestreffen in Wangen. Dort habe der hochrangige Geistliche vom Besuch der Bürgerwache 2013 in Rom mit dem gemeinsamen Gottesdienst und der Parade auf der Piazza Navona geschwärmt. In Briefen vom Ingolstädter Oberbürgermeister und dem Bürgermeister von Kelheim, die Bacher auszugsweise vorlas, wurden die Auftritte beim Napoleonsfest und in der Befreiungshalle lobend erwähnt. Den Stolz der Stadt auf ihre Bürgerwache und seine Freude, aktiv dabei sein zu dürfen, verkündete Bürgermeister Stefan Bubeck. So mancher seiner Bürgermeisterkollegen blicke neidisch auf Mengen. Auf Kommandant Bacher gemünzt meinte Bubeck, dass er bei einem solchen Kompaniechef damals sogar seine eigene Wehrdienstzeit bei der Bundeswehr verlängert hätte. „Die reiche Geschichte der Stadt Mengen erwacht erneut zum Leben, wenn die Bürgerwache ausrückt“, sagte Landtagsabgeordneter Klaus Burger (CDU), selbst aktiv bei der Stadtgarde Saulgau und in Uniform gekleidet. Da das Land zunehmend bunter werde, sei es wichtig, Traditionen und Gedenken zu bewahren und zu pflegen, fügte Burger hinzu. Dem Lob und Dank der zuvor Geehrten ließ Burger einfließen, dass Baden-Württemberg das Land des Ehrenamts sei. 41 Prozent der Bürger seien ehrenamtlich tätig, allein 55 000 im Landkreis Sigmaringen, bekannte er nicht ohne Stolz. Er sei gerne nach Mengen gekommen, verriet Landeskommandant Jürgen Rosenäcker, auch wenn der Weg von der nördlichen Spitze des Landes etwas weiter und die Witterungsverhältnisse nicht gerade ideal seien. Den Jubilaren dankte Rosenäcker besonders für deren Treue zu ihrer Bürgerwache und bat sie, auch weiterhin mitzumachen. Von der Patenwehr aus Bad Saulgau und den anwesenden Abordnungen überbrachte Oberleutnant Ulrich Wehner, Stellvertreter des Kommandanten Frank Riegger, die Grüße. Dabei sprach er ebenfalls die Probleme der Nachwuchsgewinnung an. Zwischen einigen gesanglichen Darbietungen des Bürgerwachchors erhielten die Geehrten ihre Urkunden und der Musikzug bescherte dem Publikum mit einigen Märschen einen zackigen Abschluss der Veranstaltung.

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