Leibertingen Kuhmist heizt Wohnstuben
Siegfried Müller (rechts) musste beim Tag der offenen Tür vor insgesamt rund 100 Besuchern immer wieder die Funktionsweise der neuen Heizzentrale in der Fred-Hahn-Straße erklären. Bild: Steinmüller
„Sogar ein Schweizer war da, der zu Hause selbst ein kleines Netz betreibt“, sagte Müller. Er habe sich besonders für das Leibertinger Fernüberwachungssystem interessiert.
Die technische Funktionsweise, die Siegfried Müller erläuterte, ist auf den ersten Blick gar nicht so kompliziert. Herzstück ist die Biogasanlage auf dem Bäumle-Hof. Müller: „Die Anlage wird ausschließlich mit Rindermist und Grassilage bedient.“ Diese Produkte würden nach den Richtlinien der Bioland-Organisation hergestellt. Daher handle es sich um echtes Biogas. Vom Bäumle-Hof werde das Biogas auf den Weg zur Heizzentrale in der Fred-Hahn-Straße geschickt. Dort wird mit dem Gas vom Bäumle-Hof das Blockheizkraftwerk (BHKW) betrieben, das Strom produziert.
Das Wasser aus dem Nahwärmesystem dient im Motor des Blockheizkraftwerks zur Kühlung und erwärmt sich dabei auf die benötigte Temperatur. „Diese Anlage läuft an 365, beziehungsweise in diesem Jahr an 366 Tagen“, berichtete Siegfried Müller. Sollte in Spitzenzeiten die Abwärme aus dem BHKW nicht ausreichen, wird die Hackschnitzelanlage zusätzlich eingesetzt. Der Geschäftsführer: „Wir wollen im Jahr 60 Prozent der benötigten Energie aus dem Biogas vom Bäumle-Hof beziehen.“ Die Anlagenbetreiber gehen davon aus, dass die Hackschnitzelanlage während des Sommerhalbjahres nicht in Betrieb genommen werden müsse.
Eine wichtige Rolle spielt der Pufferspeicher mit 100 000 Liter Wasser. Dieses auf 60 bis 90 Grad erhitzte Wasser stehe als Reserve für Spitzenzeiten zur Verfügung, etwa wenn im Sommer morgens viel geduscht werde und dafür die häuslichen Warmwasserspeicher in Anspruch genommen würden.
