Mein

Leibertingen Kuhmist heizt Wohnstuben

07.02.2012
Schlagwörter


– Rund 100 Bürger nutzten die Einladung der Gemeindeverwaltung zu einem Besuch der neuen Heizzentrale beim Tag der offenen Tür. Hauptamtsleiter Siegfried Müller musste in seiner Funktion als Geschäftsführer der kommunalen Betreibergesellschaft „Bioenergie Leibertingen GmbH“ bei vier Führungen und in vielen Einzelgesprächen immer wieder die Funktionsweise der Heizzentrale erläutern und Detailfragen beantworten.Das neue Nahwärmenetz der Gemeinde Leibertingen ist am vergangenen Mittwoch im Beisein von Landesumweltminister Franz Untersteller offiziell seiner Bestimmung übergeben worden (der SÜDKURIER berichtete). Besonders überrascht zeigte sich Müller, dass auch einzelne Interessenten aus der Region da waren, um sich zu informieren.

„Sogar ein Schweizer war da, der zu Hause selbst ein kleines Netz betreibt“, sagte Müller. Er habe sich besonders für das Leibertinger Fernüberwachungssystem interessiert.

Die technische Funktionsweise, die Siegfried Müller erläuterte, ist auf den ersten Blick gar nicht so kompliziert. Herzstück ist die Biogasanlage auf dem Bäumle-Hof. Müller: „Die Anlage wird ausschließlich mit Rindermist und Grassilage bedient.“ Diese Produkte würden nach den Richtlinien der Bioland-Organisation hergestellt. Daher handle es sich um echtes Biogas. Vom Bäumle-Hof werde das Biogas auf den Weg zur Heizzentrale in der Fred-Hahn-Straße geschickt. Dort wird mit dem Gas vom Bäumle-Hof das Blockheizkraftwerk (BHKW) betrieben, das Strom produziert.

Das Wasser aus dem Nahwärmesystem dient im Motor des Blockheizkraftwerks zur Kühlung und erwärmt sich dabei auf die benötigte Temperatur. „Diese Anlage läuft an 365, beziehungsweise in diesem Jahr an 366 Tagen“, berichtete Siegfried Müller. Sollte in Spitzenzeiten die Abwärme aus dem BHKW nicht ausreichen, wird die Hackschnitzelanlage zusätzlich eingesetzt. Der Geschäftsführer: „Wir wollen im Jahr 60 Prozent der benötigten Energie aus dem Biogas vom Bäumle-Hof beziehen.“ Die Anlagenbetreiber gehen davon aus, dass die Hackschnitzelanlage während des Sommerhalbjahres nicht in Betrieb genommen werden müsse.

Eine wichtige Rolle spielt der Pufferspeicher mit 100 000 Liter Wasser. Dieses auf 60 bis 90 Grad erhitzte Wasser stehe als Reserve für Spitzenzeiten zur Verfügung, etwa wenn im Sommer morgens viel geduscht werde und dafür die häuslichen Warmwasserspeicher in Anspruch genommen würden.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln