– „Uns rannte der Schweiß von der Stirn, als wir mit den Reisebussen bei Passfahrten in den Alpen oben angekommen waren, das Lenken ohne Lenkunterstützung wie heute war Knochenarbeit. Die Sorge um die niedrig zu haltende Betriebstemperatur der luftgekühlten Motoren saß stets im Nacken und beim Passrunterfahren die Sorge um das Durchhalten der Bremsen“. So erinnert sich der Seniorchef von Janzen Reisen in Kreenheinstetten, Horst Janzen, an die früheren Busreisen.
Er erzählt diese Erlebnisse eindruckvoll, noch immer sehr davon bewegt. Viele dieser Sorgen sind heute nicht mehr in dem Maße gewaltig, denn, so war von Juniorchef Bernd Janzen zu erfahren, gebe es heute Lenkhilfen, und vor allem bei Sicherheitsstandards eine dreifach ausgelegte Bremsanlage: die mechanische, den Retarder und die Motorbremse. Bei den Motoren sorge Wasserkühlung für deren richtige Betriebstemperatur.
Jeder der Omnibusse der Janzen Busflotte legt rund 90 000 Kilometer zurück. Zehn umsichtige und zuverlässige Fahrer stehen derzeit verantwortlich zur Verfügung, so Juniorchef Bernd Janzen. Das zu bewältigende Pensum an Fahrten, Linien- und Reisefahrten, ist gewaltig, denn neben Fahrten für Vereins- und Schulausflüge waren zum Beispiel im vergangenen Jahr über 70 Tagesfahrten und über 30 Mehrtagesfahrten zu bewältigen. Die Fahrtenübersicht im Janzen-Journal liest sich spannend: elf Ziele geographisch interessanter Regionen Europas, sechs Mal Europapark Rust, 17 Weihnachtsmärkte, sieben Mal Italien, fünf Mal Osten, vier Mal Sonderexpresszüge in der Schweiz und viele mehr. Das alles begann 1951, als der damals aus Danzig stammende und nach Kreenheinstetten umgesiedelte Hermann Janzen sich um eine Konzession für eine Buslinie bemühte, um die spärliche Verkehrsverbindung in Richtung Tuttlingen zu verbessern. Man erinnere sich: Damals musste man zu Fuß oder per Fahrrad ins Donautal, um dort mit dem Zug nach Tuttlingen zur Arbeit zu kommen. Hermann Janzen nahm 12 000 Mark in die Hand und kaufte nach der Genehmigung den ersten Omnibus, einen gebrauchten Deutz, und eröffnete damit die erste Omnibuslinie nach Tuttlingen.
1953 errichtete er eine zweite Linie nach Tuttlingen mit einem zweiten Bus, den Sohn Horst, der heutige Seniorchef, lenkte. Der Omnibusbetrieb fand großes Gefallen bei der immer reiselustiger werdenden Bevölkerung, Fahrten wurden gewünscht in Richtung Paris, Wien, Holland, Monaco und sogar ans Schwarze Meer, halb Europa wurde angesteuert. Weitere Reisebusse wurden angeschafft und der Omnibusbestand aufgestockt. Man ist beeindruckt, wenn man von den Preisen für die modernen Reisebusse von den beiden Janzens hört: 250 000 bis 300 000 Euro, vier sind derzeit im Einsatz.
Seit 2000 ist Sohn Bernd Janzen leitender Geschäftsführer des Unternehmens, das Wissen und die Erfahrung von Vater Horst als Partnergeschäftsführer weiß er zu schätzen. Was die Unternehmer besonders erfreut? Der hohe Prozentsatz an Stammkundschaft. Was erfreut sie nicht so? Bernd Janzen schilderte: Die Städte würden die Bustouristen mögen, doch für die Busse würden keine Stellplätze vorgehalten, so komme es vor, dass die Fahrer weitab außerhalb der Stadtzentren die Busse abstellen müssten. „Die können schauen, wo sie bleiben.“ Aber über allem wurde im Gespräch deutlich: Die Freude der beiden Janzen-Partner über unfallfreies Busfahren über all die Jahre hinweg.