Mein

West und Ost nach Noten

26.08.2008


Draußen: ein Bauernhof, Scheunen, Traktoren. Drinnen: Räucherstäbchen, indische Stoffe und Sitar-Klänge. Die Atmosphäre west-östlicher Gegensätze bildete den Hintergrund für das Konzert der "Dhoop-Sticks", die mit ihrem Klangmix aus westlichem Pop und indischem Folk die Zuschauer in Begeisterung versetzten. Im kleinen Heggelbach bei Herdwangen startete an diesem Abend auch die erste Deutschlandtournee der Gruppe.

"Dhoop-Sticks" - so heißen die Lieblings-Räucherstäbchen von Anna Kalberer und Jojo Büld. Und so tauften sie im Jahr 2000 ihre neue musikalische Fusion. Die gebürtige Heggelbacherin und der Berliner Musiker ließen sich auf einer Indienreise von östlichen Klängen inspirieren und schufen einen ganz eigenen Musikstil, der West und Ost nach Noten so gekonnt mixt, dass die daraus entstehenden Klänge beinahe Suchtcharakter entwickeln. Auch die über 70 Zuhörer in dem kleinen, gelb-roten Zelt konnten am Ende nicht genug von dem mitreißenden Indien-Sound bekommen.

Anna Kalberer und Jojo Büld waren nicht alleine. Sie brachten die beiden Vollblutmusiker Mahandi und Naushad Hasan auf die Bühne, die nach langen Schwierigkeiten für zwei Monate ein deutsches Visum erhalten hatten. Die beiden Brüder aus Rajastan begeisterten mit Gesang, Harmonium und dem Spiel der Sitar, dem typisch indischen Saiteninstrument, und der Tablas, der indischen Trommeln.

Mit dem bekannten Song von Sonny und Cher "I've got you babe" eröffneten Anna und Jojo das Konzert. Als die beiden Inder in langen roten Gewändern die Bühne betraten, war der Applaus groß. In typisch indischer Manier fand das Konzert im Sitzen statt. Die schwingenden Saiten der Sitar und der fesselnde Rhythmus der Tablas, die sich anhören wie Trommeln mit Schluckauf, sowie die warme Stimme von Mehandi Hasan mit ihren typisch indischen Phrasierungen zog die Zuhörer in ihren Bann. Anna Kalberer an Geige, Flöte und Gitarre ließ viel zu selten ihre wunderbare Stimme erklingen, die dank indischem Gesangsunterricht bereits den typischen "Bollywood-Klang" hat. Als Gäste standen Dorle Ferber und Jan Fride für einen Song mit auf der Bühne.

Jahrelange Arbeit steckt in der brandneuen CD "Indian Traffic", die die Gruppe im Gepäck hatte. Dafür ist es eine Sahnestückchen geworden mit vielen Eigenkompositionen, eingespielt mit indischen Musikern und original Sufi-Gesängen. Die Stimmung im Zelt war hervorragend, die begeisterten Zuhörer genossen die Musik trotz des nassen, kalten Wetters draußen, das ein wenig indische Wärme vertragen hätte.

Bildergalerie im Internet:

www.suedkurier.de/bilder

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