Kreis Sigmaringen Weniger Schlaganfalltote als im Landesdurchschnitt.
11.12.2009
Kreis Sigmaringen – Im Kreis Sigmaringen starben 2008 nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) insgesamt 91 Menschen an den Folgen eines Schlaganfalls. Mit 69 Schlaganfallopfern pro 100 000 Einwohner liegt Sigmaringen damit deutlich unter dem baden-württembergischen Durchschnitt von 74 Verstorbenen auf 100 000 der Bevölkerung. Mit einer Quote von 61 teilen sich Ulm und Tübingen Platz eins im Land.
Eine Analyse des Statistischen Landesamtes ergab, dass die regionalen Unterschiede einerseits die Altersstruktur der Bevölkerung abbildeten, andererseits aber auch die Erreichbarkeit spezieller medizinischer Einrichtungen widerspiegelten. So befinden sich unter den zehn Stadt- und Landkreisen mit den günstigsten Ergebnissen fünf Stadtkreise, die ein Schlaganfallzentrum (Stroke Unit) vorhalten können. Aus Sicht der TK gibt es bei der Versorgung von Schlaganfallopfern noch weiteren Verbesserungsbedarf. So wird nach wie vor nur jeder dritte Krankenhaus-Patient innerhalb von drei Stunden nach dem Schlaganfall eingeliefert. „Bei Patienten, die das nicht schaffen, kommen moderne Therapien wie die medikamentöse Auflösung des Blutgerinnsels im Gehirn zu spät“, betont Klaus Föll, Sprecher der TK für den Kreis Sigmaringen. Jeder fünfte Schlaganfall-Patient werde sogar erst nach 24 Stunden stationär behandelt. Noch immer seien die Schlaganfall-Symptome wie Sprach- und Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen zu wenig bekannt. Deshalb werde oft der Hausarzt konsultiert, anstatt gleich den Notarzt zu verständigen. In Baden-Württemberg waren die Hausärzte 2008 für 30 Prozent der Klinik-Einweisungen verantwortlich, der Rettungsdienst für 44 Prozent, die Selbsteinweisungen lagen bei 14 Prozent.
