Rund 50 000 Anrufe gingen in diesem Jahr bereits ein. „Bis Ende das Jahres werden wir die Einhunderttausender -Grenze knacken“, sagt Kreisbrandmeister Michael Hack. Er hatte die Presse zu einem Besuch der ILS eingeladen. Die Resonanz war eher dürftig. Für das Informationsangebot trifft das sicher nicht zu.
Die beiden Leiter der Rettungseinrichtung, Martin Weber und Andreas Beck (er wohnt in Inzigkofen) waren für alle Fragen offen. Und sie machten deutlich: „Es funktioniert einwandfrei.“ Und das, obwohl die ILS Oberschwaben in Baden-Württemberg die größte Fläche zu bedienen hat. So ein Superlativ muss aber auch bedient werden. Und dafür sorgen die 23 Disponenten, die alle eine Ausbildung als Rettungsassistent haben und auch noch Einsätze mitfahren, wenn sie keinen Dienst in der High-Tech-Zentrale haben. Alle – auch die einzige Frau im Team – haben zusätzlich eine Feuerwehrausbildung.
In der ILS fallen besonders die vielen Monitore auf, die außer Kartenmaterial noch eine Fülle weiterer Informationen zur Verfügung stellen. Für die Aktualisierung und Erweiterung des Datenmaterials sind vier bis fünf Spezialisten zuständig. Und was auch auffällt, das sind die roten Lampen, die blinken (wenn ein Anruf kommt) und auf Dauerlicht gehen, wenn der Disponent mit dem Notrufer spricht. Beim besuch blinkt und leuchtet es ständig an allen Arbeitsplätzen. Dabei geht es nicht nur darum, dass der Feuerwehr- oder Notarzteinsatz ausgelöst wird, es geht oft auch darum, die Menschen zu beruhigen. Und Tipps, wie man die Zeit bis zur Ankunft des Rettungsdienstes überbrücken kann, die sind vor allem in medizinischen Notfällen unverzichtbar.
Die ILS wird von den Landkreisen Sigmaringen, Ravensburg, dem DRK-Kreisverband Sigmaringen und der DRK-Rettungsdienst Bodensee-Oberschwaben gGmbH gemeinsam getragen. „Es war eine gute Entscheidung“, sagt deren Geschäftsführer Michael Schneider und Michael Hack kann da nur zustimmend nicken. Die ganzen Befürchtungen, dass es Verschlechterungen geben würde, die seien nicht eingetreten. Hack: „Die Technik, die hier vorgehalten wird, die hätten wir uns im Kreis Sigmaringen gar nie alleine leisten können.“
Dabei ist klar: Die bisherige Leitstelle in Sigmaringen wird nicht „platt gemacht“, sondern sogar technisch aufgerüstet. Wenn Ravensburg in teilen oder ganz ausfallen würde, dann könnte Sigmaringen Aufgaben übernehmen. „Die Anlage wird im Standby gefahren und ist dann jederzeit einsatzfähig“, sagt Hack. Er erinnert auch an den Gasunfall beim Landratsamt in Sigmaringen, der einen Ausfall der Leitstelle nicht unwahrscheinlich gemacht hat. Mit der Zentrale in Ravensburg und der Rückzugsanlage in Sigmaringen sei man jetzt für alle Fälle gerüstet. Jetzt fehlt nur noch der Digitalfunk.
