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Kreis Sigmaringen Gönner kann auch Zwiebeln schneiden

25.01.2011
Kreis Sigmaringen -  Der Bauernverband Biberach-Sigmaringen und der Landfrauenverband haben gemeinsam für regionale Produkte geworben – und die Umweltministerin kochen lassen.
Gönner kann auch Zwiebeln schneiden

Schön aufpassen, dass nichts anbrennt. Ministerin Tanja Gönner nimmt da auch mal die Finger – wie eine schwäbische Hausfrau.  Bild: Bilder: Fahlbusch

Gönner kann auch Zwiebeln schneiden

Die Gäste ließen sich die regionalen Gerichte schmecken.

Gönner kann auch Zwiebeln schneiden

„Also Frau Gönner“ – auch Landfrauenchefin Elfriede Elser (links) hatte ein Anliegen.

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Sigmaringen/Kanzach – Es war zweifellos eine gute Idee, die der Kreisbauernverband Biberach-Sigmaringen und der Landfrauenverband da ganz kurzfristig auf die Beine gestellt haben: Mit „Schinken & Ei – so schmeckt Vertrauen“ wollte man deutlich machen, dass die regionale Landwirtschaft nicht mit „den kriminellen Machenschaften im Windschatten unseres guten Rufs“ zu tun haben, wie Bauernchef Gerhard Glaser deutlich machte. In Oberschwaben gebe es keine Dioxin-Fälle auf den Bauernhöfen, aber „trotzdem werden wir Bauern in Sippenhaft genommen“. Von den Gästen in der „Halle am Bahnhof“ forderte er ein klares Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft.

Aus dem Kreis Sigmaringen waren Alfred Bauernfeind und Werner Löw vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) gekommen, den Fachbereich Landwirtschaft vertrat Gerhard Gomeringer, den Landrat der Erste Landesbeamte Rolf Vögtle. Auch der Chef der Volksbank Bad Saulgau, Karl-Heinz Birzer, ließ sich mit Gattin den leckeren Eiersalat und die Schweinelendchen im Speckmantel munden, die vom Biberacher Bundestagsabgeordneten Josef Rief und Umwelt- und Verkehrsministerin unter fachlicher Anleitung zubereitet wurden.

Küchenchef Josef Vogt von der Landesberufsschule für das Gaststätten- und Hotelgewerbe gab die Anweisungen – und die Politiker agierten – fast – ohne Murren. „Für das Zwiebelschneiden habe ich normalerweise jemanden“, versuchte sich Gönner der Tätigkeit zu entziehen. Doch Vogt blieb hart – und die Zwiebeln wurden beim Dünsten etwas weich gemacht, ehe sie in den leckeren Eiersalat mit Schinken kamen. Was die Prominenz auf die Teller reichte natürlich nicht für alle. Landfrauenvorsitzende Elfriede Elser hatte deshalb mit ihren Damen dafür gesorgt, dass niemand hungern musste.

Nebenbei gab es nicht nur so manchen Tipp vom Fachmann, sondern auch immer wieder die Aufforderung, doch mehr auf regionale Produkte zu setzen. Der Forderung von Vogt, doch in den Kindergärten und Schulen mehr für das Kochen zu werben, mochte Gönner nur eingeschränkt folgen. „Die Schule kann nicht alles leisten“, machte sie im Gespräch mit dem SÜDKURIER deutlich. Entscheidend sei die Familie. Für Gönner ist klar, dass viele Menschen nicht mehr wüssten, wo die Lebensmittel eigentlich herkommen und wie sie produziert werden. Da müsse noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Eine lückenlose Aufklärung fordert auch die Europaabgeordnete Elisabeth Jeggle. „Die Verursacher der Dioxin-Geschichte müssen sehr hart bestraft werden. Und dass die betroffenen Futtermittelfirma wohl vorsorglich in Insolvenz gegangen ist, um keinen Schadensersatz leisten zu müssen, das kann man keinesfalls so durchgehen lassen.“ Klar ist für die Frau in Brüssel aber, dass es keine zusätzlich EU-Vorschriften bedarf. Die festgelegten Grenzwerte seien sehr niedrig angesetzt. Bei entsprechenden Kontrollen könne der Verbraucher auch auf Lebensmittelsicherheit setzen.

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