Krauchenwies-Ablach – Wollten Sie nicht mal wieder was für Ihre Gesundheit tun? Gehen Sie doch einfach in eine der nächsten Aufführungen der Theatergruppe des TSV Ablach.
Lachen ist ja bekanntlich gesund und in diesem Fall geht das ganz ohne sich anzustrengen. Lassen Sie sich überraschen. Am Samstagabend war es endlich so weit. Der Vorhang zur Premiere des Stückes „Es ist was los auf dem Hühnerhof“ von A. und E. Döhmen ging auf und die Laien-spielgruppe startete ihren Angriff auf die Lachmuskeln der Zuhörer.
Die Autoren dieses Drei-Akters hatten hoffentlich keine realen Personen und Handlungen und keinen bestimmten Ort zur Vorlage. Die Mitglieder der Theatergruppe unter der Leitung von Regisseurin Friederike Uetz passten den Text in genialer Weise an die örtlichen Gegebenheiten in Ablach an. Ähnlichkeiten mit bekannten Personen waren wohl nicht zufällig, aber gewollt.
Natürlich soll hier nicht all zu viel verraten werden. Das Stück wirft einige Fragen auf, die zwar nicht die Welt, jedoch einige Ablacher bewegen: Bringt ein Erbe nun Segen, oder doch eher Leid? Lässt sich mit dem Verkauf von Bioeiern richtig Geld verdienen? Und, so ganz nebenbei, wie wird ein Ei zum Bioei? Taugen Regenwürmer für eine Liebeserklärung und wie lässt sich der ganze Heiratsschlamassel lösen?
Sicherlich ist auch dem einen oder anderen Zuschauer ein sehr entfernter Bekannter eingefallen, der zwar optisch recht stattlich ist, allerdings in unbeholfener, einfacher Weise seine Sätze mit „Mama moint“ oder „hot Mamma g'sait“ einleitet oder beendet, wie die nicht ganz so heimliche Liebe von Kati Eckstein, „Otto-Karl“.
Die drei Geschwister, allesamt Musterexemplare, leben auf einem Bauernhof mit Schweinen und Hühnern. Störungen gab es wohl nicht, bis der Kurschatten des Bruders Wolfgang im Haus einzog und eines Tages Post von einem Testamentsvollstrecker aus Amerika eintrifft. Da die Post in Person der Hertha, die nun gar nicht neugierig ist, gebracht wird, ist die Erbschaft bald Gesprächsthema im ganzen Ort und es finden sich, wie im richtigen Leben, plötzlich etliche entfernte Verwandte, die vorher gar keine waren.
Der eingeflogene Testamentsvollstrecker Nippes trägt die Bedingungen des „Verblichenen“ vor: Alle drei müssen verheiratet sein. Was nun? Die beiden Schwestern von Wolfgang meinen dazu unisono: „En Ma hommr it, en Ma brauche mer it, wellet mr it und kommt uns net ins Haus.“
Die Aufführung hält die Zuschauer die ganze Zeit beim Geschehen und ist mit viel Wortwitz versehen, der im wahrsten Sinne des Wortes unbeschreiblich ist. Lassen Sie sich doch erklären, was Josefine Alwine Pfötchen beruflich macht. Nur so viel: Sie verteilt Rollen. Insgesamt eine gelungene, sehr kurzweilige Vorstellung, für die sich ein Besuch lohnt.
Die Akteure haben im Oktober mit dem Proben begonnen und trafen sich regelmäßig drei Mal in der Woche. Die Regisseurin und Leiterin der Gruppe, Friederike Uetz, hat das Stück ausgesucht und mit dem gesamten Team aufgearbeitet. Maske und Kostüme passten zum Thema, es fehlten nur die Stubenfliegen und der Stallgeruch. Die Laienspielgruppe gibt es bereits seit 1974. Das Besondere ist, dass die handelnden Personen auch generationsübergreifend besetzt werden können.
Nächste Aufführungen: Freitag, 16. Dezember, Samstag, 17. Dezember, und Montag, 26. Dezember. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.