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Inzigkofen Zuschuss fürs Plattmachen

Inzigkofen – Seit 2009 hat Inzigkofen als einzige Gemeinde in der Region ein kommunales Abrissförderprogramm („… weg damit!“) aufgelegt. Wie Bürgermeister Bernd Gombold am Donnerstag erläuterte, wurden in der ersten Runde des Programms 13 Privathäuser oder Gebäudeteile abgebrochen.

Als vollen Erfolg werten Planer Roland Groß (von links), Bürgermeister Bernd Gombold und die beiden Ortsvorsteher Viktoria Gombold-Diels und Karl Brigel das kommunale Abbruchprogramm der Gemeinde Inzigkofen.
Als vollen Erfolg werten Planer Roland Groß (von links), Bürgermeister Bernd Gombold und die beiden Ortsvorsteher Viktoria Gombold-Diels und Karl Brigel das kommunale Abbruchprogramm der Gemeinde Inzigkofen. | Bild: Bild: Steinmüller

Diese Maßnahmen wurden von der Gemeinde mit insgesamt 157 000 Euro gefördert. „Rund 40 Prozent dieser Summe bekommt die Gemeindekasse aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum der Landesregierung zurück“, sagt Gombold.

Seit der Neuauflage des Programms in diesem Jahr haben bereits sieben weitere Altbaubesitzer Anträge auf Aufnahme in das Förderprogramm gestellt. Sie bekommen nach der aktuellen Beschlusslage des Gemeinderates 76 700 Euro ausbezahlt. Einzige Bedingung für die Auszahlung der Zuschussgelder ist, dass die Objekte bis spätestens Mitte 2011 aus dem Ortsbild verschwunden sind.

Ziel des Programms ist es, so der Bürgermeister, die Ortskerne von Inzigkofen, Vilsingen und Engelswies von baufälligen Altbauten zu befreien. Damit solle zum einen das Ortsbild aufgewertet werden und zum anderen Platz für neue, dem modernen Bedarf angemessene Häuser sein. Der Architekt Roland Groß vom gleichnamigen Planungsbüro erläuterte: „Die Bauernhäuser von früher sind für heutige Ansprüche zu groß.“ In einem neuen, nach den modernsten Energiesparrichtlinien gebauten Haus im Neubaugebiet brauche eine Familie weniger als 1000 Euro für die jährlichen Energiekosten. Dank der großen Kubatur eines Bauernhauses käme die Familie mit dieser Summe nicht aus. Abreißen und im kleineren Umfang neu bauen heißt der Lösungsansatz der Gemeinde.

Bernd Gombold nannte ein anderes Beispiel. Er warnte davor, Erbengemeinschaften generell schlecht zu reden. „Die alte Mutter, die zuletzt alleine in dem großen Haus lebte, ist gestorben. Die Kinder leben nicht mehr im Ort und können mit dem Haus für den Eigenbedarf nichts mehr anfangen“, sagte Gombold. Bevor sich die Immobilie zu einer Hausruine verwandle, sei es besser, die Gemeinde unterstütze den Abbruch. Selbst wenn die dadurch entstehende Baulücke nicht sofort durch einen Neubau geschlossen wird, ist aus Sicht von Verwaltung und Gemeinderat eine Wiese oder ein Obstbaumgarten die bessere Alternative zu einem unansehnlichen Altbau.

Das Programm ist in erster Linie auf die Zukunftswirkung ausgerichtet. Ortsvorsteher Karl Brigel: „Ich hätte nicht gedacht, dass das Abrissprogramm bei uns im Ort so positive Wirkungen hat.“ Als Beispiel nannte er das Autohaus, das gegenüber auf dem Standort eines ehemaligen Bauernhauses jetzt ein neues gewerblich genutztes Gebäude errichtet. Ortsvorsteherin Viktoria Gombold-Diels aus Vilsingen teilt die Meinung von Karl Brigel. Durch den Abbruch einer ehemaligen Brauerei in der Ortsmitte sei eine enge Straße verbreitert worden.

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