Mein
 

Inzigkofen Rätselraten um verschwundene Katzen

Im Inzigkofener Ortsteil Engelswies sind mindestens zehn Katzen verschwunden. Suchplakate informieren die Bürger.

In den vergangenen Wochen sind in Engelswies zehn Katzen bislang spurlos verschwunden. Dies geht aus einem Schreiben an den Inzigkofener Bürgermeister Bernd Gombold hervor. In zwei großen Anzeigen im Gemeindemitteilungsblatt wird nach einem dieser Tiere, dem roten Langhaarkater Foxy, gesucht. Wie immer, wenn viele Katzen zeitnah spurlos verschwinden, fällt der Verdacht auf Tierfänger, die im Rahmen von Altkleidersammlungen die Tiere in Lieferwagen locken.

Polizeipressesprecher Edwin Dobler, selbst Besitzer einer Katze: „Bislang ist bei der Polizei noch keine offizielle Anzeige eingegangen. Wir können auch nur dann ermitteln, wenn wir konkrete Anhaltspunkte, wie beispielsweise Autokennzeichen, haben.“ Solche Anhaltspunkte, abgesehen von einer nicht gestellten Anzeige, fehlten im Fall Engelswies bislang völlig. Ortsvorsteher Karl Brigel hat von den Vorfällen erst erfahren als er zufällig an einem Suchplakat vorbei kam, berichtet er. Kurz darauf habe er die Meldung im SÜDKURIER gelesen.

Was steckt hinter dem Verschwinden der Katzen? Bei dieser Frage ist ein vergleichbarer Fall interessant, der vor drei Jahren sogar dem ARD-Fernsehen einen bundesweiten Beitrag in der Sendung „Brisant“ wert war. Damals waren in Wohnbereich Brunnenberg in Sigmaringen innerhalb weniger Wochen 30 Katzen verschwunden. Rechtsanwalt Markus Zeller war damals selbst betroffener Katzenbesitzer. Er berichtet im SÜDKURIER-Gespräch: „Einige der damals vermissten Tiere sind nach einigen Wochen wieder aufgetaucht.“ Eine Katze hatte sich auf einem Campingplatz in Überlingen eingenistet, war gefangen worden und konnte anhand ihrer Merkmale dem Sigmaringer Besitzer wieder zurückgegeben werden. In einem anderen Fall spielte der Zufall eine Rolle. Zeller: „Eine Katzenbesitzerin suchte per Plakat nach ihrem Tier. Beim Aufhängen des Plakates in einer Meßkircher Tierarztpraxis wurde sie angesprochen.“ Ein Tierarztbesucher erkannte auf dem Plakatbild jene Katze wieder, die ihm vor einiger Zeit zugelaufen war.

Mit seiner eigenen Katze, einem dreizehn Jahre alten Kater, hatte der Rechtsanwalt nicht so viel Glück. Das Tier ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Der Sigmaringer ist aber optimistisch, dass der Mäusefänger noch lebt: „Er war immer ein Überlebenskünstler!“ meint Zeller optimistisch. Die Katzenbesitzer am Sigmaringer Brunnenberg gehen heute davon aus, dass möglicherweise ein katzenfeindlicher Nachbar die Tiere eingefangen und weit entfernt von Sigmaringen wieder freigelassen habe.

In Engelswies ist es schwieriger, mit den Katzenbesitzern ins Gespräch zu kommen. Gleich zwei Samtpfoteneigner sagten ganz klar: „Mein Name darf auf keinen Fall in der Zeitung erscheinen!“ Insgesamt, so berichten sie, seien zehn Tiere verschwunden. Eine Katzenbesitzerin berichtet: „Wir haben überall gesucht, ob unsere Katze vielleicht überfahren worden sein könnte. Aber selbst die Suche mit meinem Hund hat nichts erbracht.“ Sie meint auch, wer kein eigenes Tier besitze, könne gar nicht ermessen, was der Verlust einer Katze oder eines Hundes für den Betreffenden bedeute.

Regionale Produkte von Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein auf SÜDKURIER Inspirationen. Gleich Newsletter abonnieren und sparen!
Erlesene Bodenseeweine jetzt bei SÜDKURIER Inspirationen!
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Meßkirch
Inzigkofen
Inzigkofen-Engelswies
Inzigkofen
Inzigkofen
Inzigkofen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren