Inzigkofen Autor Imre Török liest im Volkshochschulheim

Der Bundesvorsitzende des Verbands deutscher Schriftsteller war in Inzigkofen zu Gast.

Das Volkshochschulheim Inzigkofen hat erneut den bekannten Schriftsteller und Poeten Imre Török für eine Lesung gewonnen. Auf diese Weise kamen sowohl die Teilnehmer der Schreibwerkstatt als auch die Öffentlichkeit in den Genuss seiner Fabulierkunst. Der gebürtige Ungar kam als jugendlicher Flüchtling nach Deutschland, wo er später in Tübingen Germanistik, Geschichte und Philosophie studierte. Er ist Bundesvorsitzender des Verbands deutscher Schriftsteller und bezeichnet sich zuweilen als Kultur-Arbeiter. Seine charmanten Geschichten stecken voller anschaulicher Details und Wortwitz, lassen jedoch nie einen tieferen Ernst vermissen. Sie laden zum Nachdenken, Mitdenken, Querdenken und Neudenken ein.

„Ich gestalte die Lesung wie ein Drei-Gänge-Menü“, kündigte Török an. Er eröffnete mit kleinen Erzählungshäppchen, danach kam die ernstere, schwerere Kost und zum Abschluss ein amüsantes Dessert aus dem Leben seines Freundes, des Glühwürmchens Luzius, das sich „in einer Vernetzung, in ihrer unangenehmsten Bedeutung“, nämlich in einem Spinnennetz, verfangen hatte. Und wusste: „Kluges und Gewitztes musst ihm schnell einfallen“, um der „klebrigen Verstrickung“ zu entrinnen.

In seinem neuesten Buch „Briefe aus dem siebten Himmel“ beschäftigt sich der Autor mit dem Schicksal der Kinder auf der Welt. „Es gibt noch viel zu viele Kinder, für welche die Rechte der Kinderschutzkonvention nichts bewirkt haben“, schilderte er sein Anliegen. Das Buch enthält fiktive Briefe von Kindern aus „einer siebten Dimension, eine nicht unbedingt glückliche Dimension“, wie Imre Török ausführte, da sich dort all jene Kinder befänden, die zu früh gestorben seien. Es sei ein politisches Manifest, welches anklage, direkt, aber auch poetisch, denn er wolle mit seinen Mitteln auf das Schicksal der hungernden, körperlich und seelisch leidenden Kinder aufmerksam machen. Eindringlich stellt er in den Briefen die Frage nach dem Warum und fordert auf, über das eigene Verhalten nachzudenken. Er hebt den Wert der Schöpfung hervor, die es zu pflegen gelte, denn „jede Kultur ist wie eine kurzfristige, dünne Humusschicht.“

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