Alfons Röllingers „Se(e)h-Stuhl“ am Illmensee ist auch nach zehn Jahren noch ein Blickfang mit starker Wirkung. Die große Eisen-Skulptur vereinigt drei unterschiedlich große aufeinander gestapelte Stühle, die schon unzählige Wanderer angestaunt und als Rastplatz, Turngerät oder Aussichtstürmchen genutzt haben. 2002 stellte der Maler, Holzbildhauer und Objektkünstler den „Se(e)h-Stuhl“ am Rundwanderweg auf als „Dank an die Gemeinde, weil ich so gerne hier wohne“, wie er sagt. Damals wurde das Werk mit einem „Stuhl-Gang“ am See entlang eingeweiht. Vorbei ging die „Wallfahrt“ an merkwürdigen und stimmungsvollen Stationen, wo es viel zu sehen, viel zu hören und viel zu staunen gab. Diese Idee hat der Künstler zum zehnjährigen Bestehen der Skulptur wieder aufgegriffen. So wird es am 23. September erneut einen „Stuhl-Gang“ geben. Die Höhepunkte entlang des Weges werden ebenso wie vor zehn Jahren ein Ohren- und Augenschmaus mit vielen spannenden Überraschungen sein. Unter anderem wird der Künstler auf dem „Wallfahrtsweg“ einige seiner Skulpturen und Bilder zeigen. Der „Stuhl-Gang“ beginnt mit der „Huldigung des Machtschafs“, einer märchenhaften szenischen Aktion von Jörg Ehni und dem „Theater Melange“ aus Pfullendorf. Einen Tag später öffnet Alfons Röllinger zum 20. Mal sein Rusch weiler Atelier zu einer Retrospektive seiner Arbeiten aus den vergangenen Jahren. So sind sie an den Jubiläumstagen wieder vereint: die Stühle und die Schafe.
Denn zu beidem hat der Künstler eine ganz besondere Affinität. Stühle tauchen immer wieder auf, in Bildern und als Skulpturen. Stühle aller Größen und Arten zieren Garten, Atelier- und Schuppendach. Schon als Kind saß er gerne unter Stühlen: „Das war ein geborgener Raum“, erinnert er sich. Ebenso sehr faszinieren ihn Schafe. Auch sie finden sich häufig in seinem Werk. Im September wird aus dem Schaf vom Ruschweiler See das Machtschaf und man darf gespannt sein, welche Fantasien und Ideen dann Gestalt annehmen.
