Illmensee-Ruschweiler Interesse an der Arbeit der Landwirte
Illmensee-Ruschweiler – Bei strahlendem Sonnenschein ließ es sich am Sonntag auf dem Lorenzhof wunderbar feiern. Bei Hofführungen und Ackerrundfahrten konnte sich jeder ein Bild vom Leben und Arbeiten auf dem Hof machen.
Das Hauptstandbein des Betriebs ist das Milchvieh. Emsige Bienen direkt am Illmensee sorgen dafür, dass neben Milch auch Honig fließt. Mit Musik, Spiel, Spaß und Geschichten im Heu war für jedes Alter etwas dabei. Neben dem 25-jährigen Jubiläum wurde die Ankunft der nächsten Generation auf dem Hof gefeiert.
1984 hatten sich die Hofeigentümer Franz und Doris Lorenz an den Bau ihres Aussiedlerhofs gemacht. Die Entscheidung auszusiedeln war für die beiden keine leichte gewesen, erinnern sie sich. Unterstützt wurden sie vom Landwirtschaftsamt. Es wurde ein Grünlandbetrieb gebraucht, der die Naturschutzwiesen pflegt und das typische Landschaftsbild erhält. Es gab für das Landwirt-Paar in der Phase des Aufbaus einige Hürden zu meistern. So wurde während der Bauphase das Milchkontingent eingeführt. Da für den Neubau ein Mindestbesatz an Kühen vorgeschrieben war, musste Familie Lorenz Milchkontingent zukaufen oder pachten, was mit zusätzlichen Kosten verbunden war.
Momentan befindet sich der Lorenzhof wieder in einer Umstellungsphase: Seit 2008 wird auf Bioproduktion umgestellt. Franz Lorenz merkt an, er habe sich bereits in den 80er Jahren mit diesem Gedanken befasst, doch damals sei eine Umstellung sehr schwierig gewesen. Es gab kaum Unterstützung und kaum Milchwerke, die Biomilch vermarkteten.
Letzten Impuls zur Umstellung gab nun die junge Generation, die im vergangenen Jahr mit in die Bewirtschaftung des Hofs eingestiegen ist. Tochter Katharina und ihr Partner Richard Gasse haben zusammen in Witzenhausen bei Kassel Agrarwissenschaften studiert und sich dort kennen und lieben gelernt. Nach reiflichen Überlegungen haben sie sich entschlossen, auf dem Lorenzhof mit einzusteigen.
Momentan befänden sie sich in der Phase der Teamfindung und Aufgabenverteilung, sagt Katharina. Die junge Generation versuche reinzuwachsen in das Führen eines Hofes. „Was sind schon vier Jahre Studium gegen 40 Jahre Erfahrung“, gibt Richard Gasse zu bedenken.
Diese Phase sei für alle eine Herausforderung, vor allem aber sehr wertvoll. Weil zwei voll arbeitsfähige Generationen auf dem Hof zusammen helfen, können Freiräume geschaffen werden. Katharina Lorenz sieht Zukunftschancen darin, sich in der Region stärker zu vernetzen und so ein Bewusstsein zu schaffen für den Wert der Vielfalt der Kulturlandschaft und der regionalen Landwirtschaft. Es solle mehr Gewicht auf zwischenmenschliche Zusammenarbeit gelegt werden.
Auch hierzu sollte das Fest einen Beitrag leisten: Durch den Kontakt zur Bevölkerung soll Vertrauen und Bewusstsein für den Wert der regionalen Landwirtschaft geschaffen werden. Außerdem war das Fest eine Plattform für die Vermarktung regionaler Produkte. So konnten die Besucher hofeigene Produkte oder Produkte aus einem regionalen Partnerprojekt probieren und kaufen. Dankbar waren alle vier für die tatkräftige Mithilfe beim Fest durch Menschen aus dem Dorf, Freunde und Verwandte.
Informationen im Internet:
