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Neues von Narren, Beamten und Brezeln

01.02.2008
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Dem Beamtenschimmel ordentlich die Sporen geben - das war am Donnerstagfrüh die Parole in vielen von der schwäbisch-allemannischen Fasnacht geprägten Gemeinden. Und am "Schmotzigen Dunschig" ist auch in Herdwangen-Schönach nichts mehr, wie es während es übrigen Jahres eigentlich ist. Bereits um 5 Uhr in der Früh waren Schneller mit ihren Karbatschen und singende Narren in den Straßen der Gemeinde unterwegs, um die Einwohner zu wecken. Zu dieser Vorhut aus Frühaktiven gesellte sich vor der Bundschuhhalle bald eine Vielzahl anderer Narren aus Herdwangen, Großschönach und Aftholderberg.

Die Herdwanger Narreneltern, Benedikt Braun und Alexander Joos, waren da, und mit "Siegesfriede von Großheubergen" und "Hubert von der Ill am Vogelbach" waren auch die von Großschönach anwesend. Als griechische Helden verkleidet, verkörperten die Elferräte der Eselohren perfekt das diesjährige Fasnachts-Motto: die "Herdwanger Olympiade". Auch die Zehntfuxer und Zimmermänner aus Großschönach, die Berggeister aus Aftholderberg sowie Abordnungen anderer Narrengruppen waren gekommen, um ihrem Anliegen zur Fasnet Nachdruck zu verleihen: "Narren an die Macht!"

Kurz nach 9 Uhr wurden das Rathaus und der bunt dekorierte Narrenkeller von der närrischen Schar eingenommen. Mit Narrenmarsch und zünftiger Fasnachtsmusik heizte das närrische Überfallkommando den acht anwesenden Mitarbeitern des Rathauses und Bürgermeister Lothar Riebsamen ordentlich ein. Die zeigten sich dabei in jeder Weise sportlich: Sowohl im Umgang mit leiser Kritik als auch in der Bereitschaft ordentlich mitzufeiern.

Sogar das Outfit des Rathaus-Teams passte dazu. Als Radler verkleidet nahmen sie Schelte und Spaß mit dem humoristisch nötigen Maß entgegen. Werner Möhrle, Vorsitzender der Dreizipfelritter, fielen einige Spitzen zum Feuerwehr-Gerätehaus und Tonpark-Projekt aus dem Mund und auch der ein oder andere Spaß auf die sprichwörtliche Trägheit von Beamten wurde laut. Doch in der fünften Jahreszeit wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Und im Narrenkostüm liegen auch Tadel und Lob eng beieinander.

So hatten die Aftholder Berggeister zur Melodie von Udo Jürgens Gassenhauer "Mit 66 Jahren" ein Ständchen für den Bürgermeister im Geistergepäck: "Mit seinen 50 Jahren, da kommt er erst in Schwung; mit seinen 50 Jahren, da joggt er sich noch jung; mit seinen 50 Jahren, da hat er es im Griff; mit 50, hat er jede Menge Pfiff." Derart bauchgepinselt fiel es dem Gelobten selbst nicht schwer, den Anwesenden das Geheimnis seines Erfolgs zu verraten. Genau wie die körperliche Fitness, so Riebsamen, sei auch die geistige eine Frage der richtigen Ernährung. Damit kenne man sich im Rathaus aus. Jeden Tag werde gemeinsam gefrühstückt und man wisse um die besondere Kraft eines Nahrungsmittels: "Der Verwaltung Klugheit ist kein Rätsel, die Lösung heißt die Laugenbrezel. Schon trocken gibt dem Hirn sie Kraft, mit Butter wirkt sie fabelhaft. Erleuchtet mit der Weisheit Fackel, selbst den Verstand vom größten Dackel."

So war es klar, dass die Narren das Geheimnis gleich öffentlich erprobten. Und damit die Brezel in der Kehle besser rutscht, wurde abgesehen von Kaffee auch schon das ein oder andere Bierchen getrunken. Kurz nach elf Uhr versammelte sich die so gestärkte Narrenmacht vor der Schule, um die Grundschüler zu befreien. Danach wurden das Kinderland und auch manches Privathaus gestürmt. Gegen 14 Uhr trafen sich die einzelnen Narrengruppen und einige Schaulustige erneut vor der Einkehr zum Umzug.

Bildergalerie im Internet:

www.suedkurier.de/fastnacht

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