Herdwangen-Schönach Mit der Rute den Schlafplatz testen
17.08.2010
Herdwangen-Schönach (fah) Mit seinen 80 Jahren lebt Dion Hamer aus Großschönach eine erweiterte Form seines erfolgreichen Berufslebens als international tätiger Architekt aus. In seiner 20-jährigen Zeit als Stadtplaner in Vancouver erfüllte er einmal einen Auftrag, der seinem späteren Leben in Großschönach eine ganz neue Erfüllung geben sollte.
Die Ausführung eines großen elliptischen Wohnzimmers machte ihn zum konstruktiven geopathischen Medium. Die von ihm als „Dionyson“ erdachten, einfach anmutenden Holzkonstruktionen basieren auf von innen kommenden Kräften, die nach seinen Erkenntnissen leicht erlernbar sind. Seither kümmert er sich um kranke Menschen, misst mit der Rute die Qualität ihres Schlafplatzes und berät sie in Fragen einer Umstellung.
Der mit Geschenken von der Gemeinde Herdwangen-Schönach zu Besuch in das vom Jubilar 1998 gebaute Holzhaus gekommene Bürgermeister Ralph Gerster schaute ungläubig staunend in eine Entwicklungsreihe von Ellipsen mit Stromanschluss. Gerster wurde sofort mit einer Vorführung konfrontriert. Ellipsen mit einem Teller Wasser und die sich in den Händen drehende Rute ließen den Jubilar zum sprechenden Zahlenwerk werden. Sein Anliegen an den Bürgermeister war dann ganz konkret: Er suche einen Saal, wo er mit älteren Leuten die von ihm entwickelten 28 Körperübungen anwenden könne. Damit wolle er verhindern, dass bereits an Bewegungsarmut leidende Mitbürger zu Pflegefällen werden. Darüber lasse sich reden, sagte sein Gast. In der Bundschuhhalle würde sich sicher ein Raum finden.
Der Jubilar hat ein bewegtes Leben hinter sich. Geboren wurde er in Uffing am Staffelsee als Sohn eines englischen Offiziers in der Indienarmee. Nach seiner Außerdienststellung habe er seine Mutter Duda Hamer geheiratet. Beide hätten am Staffelsee ein Kinderheim geführt. Mit 16 Jahren zog es ihn als „repatrierten Engländer“ auf die britische Insel. Dort besuchte er eine private Oberschule, um danach ein Jahr lang die Baltenschule auf der Insel Wollin an der Ostsee zu besuchen. Wieder in England machte er in einer Quäkerschule einen qualifizierten Schulabschluss. Von da an ging es in die französische Schweiz zum Erlernen der französischen Sprache.
Zurück in Deutschland habe er mit dem Studium der Architektur an der Technischen Universität von Hannover begonnen und 1955 abgeschlossen. Nach Kanada ausgewandert sei er 1957, wo er seine Frau Jeanine heiratete. Mit ihr bekam er Zwillinge, Andre und Coolette. Inzwischen sei er Großvater von drei Enkeln. Den ruhelosen Planer zog es 1979 weiter nach Südfrankreich, wo er für sich und seine Lebensgefährtin ein Haus baute – „eins, an dem Sie sehen, was für ein verrückter Typ ich bin“: ein Steiniglu, wie es die Hirten vor 5000 Jahren für sich anlegten.
