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01.06.2012  |  von  |  0 Kommentare

HerdwangenSchönach Heftiges Ringen um Rekultivierung

HerdwangenSchönach -  Das Unternehmen Ziegelwerk-Ott aus Deisendorf hat dem Gemeinderat die Rekultivierungspläne für die Tongrube vorgestellt. Nach einer hitzigen Diskussion kristallisieren sich erste Kompromissvorschläge heraus.Ulrich Donath von der Planstatt Senner sollte den Gemeinderat von den Rekultivierungsplänen des Unternehmens Ott aus Deisendorf überzeugen.



Um sich von den Plänen ein Bild machen zu können, besichtigten der Gemeinderat und einige Bürger die Grube. Dabei wurde deutlich, wie sich die vorgesehene Vergrößerung der Grube in Richtung Großschönach auswirken wird. Während die Sicht in die Grube bis jetzt durch einen Hügel geschützt ist, soll dieser künftig abgetragen werden. Ebenfalls muss ein Biotop versetzt werden.

Um auch künftig die Bewohner vor dem Blick in die Grube zu schützen, möchte die Firma in mehreren Stufen Baumhecken und Gehölzinseln pflanzen. In sechs bis acht Jahren sollen mit Beginn der Ausweitung die bis dahin etwa 15 Meter hohen Bäume Schutz bieten, erklärt Donath. Bis 2036, vier Jahre nach Abbauende, soll die gesamte Fläche rekultiviert sein. Die Gemeinderäte kritisierten, dass die Baumreihen in einer Senke ständen und von der Höhe nicht ausreichend Sichtschutz böten. Donath musste zugeben, dass die Lage nicht optimal sei. Er könne aber nur auf dem Abbaugebiet planen. Eine höher gelegene Baumreihe wäre effektiver.

Im weiteren Verlauf wehrte sich Karl-Heinz Ott gegen die Vorwürfe, zu wenig für die Rekultivierung zu tun. „Wir machen unsere Aufgaben, ohne dass die Gemeinde uns dazu auffordert“, so Ott. So einen Umgang, wie in den vergangenen Sitzungen, sei er nicht gewohnt. Er wolle gut mit der Gemeinde auskommen. Auch distanzierte er sich klar vom gleichnamigen Unternehmen aus Pfullendorf. Bürgermeister Ralph Gerster erwiderte, dass das Gremium das Recht und die Pflicht habe, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. „Wir sind keine Kopfnicker und vertreten unsere Interessen“, so Gerster weiter. Beide Seiten signalisierten aber auch Kompromissbereitschaft.

Bei der anschließenden Präsentation zeigte sich Gemeinderat Markus Blender über die Planung, eine rekultivierte Wiese in ein Feuchtbiotop zu verwandeln entsetzt. Er bot an, einen Teil seines Grundes für eine Birkenallee als Sichtschutz zu opfern, sofern die Wiese in Ruhe gelassen werde. Eine schuldrechtliche Vereinbarung brachte Gerster ins Gespräch. Die Firmenvertreter standen dem positiv gegenüber und schlugen einen Forderungskatalog vor. Dieser soll nun zu einem Konsens führen. Blender betonte schließlich noch, dass man zwischen den beiden Firmen differenziere. Während das Pfullendorfer Unternehmen das Gremium vor vollendete Tatsachen stellte, versuche Ziegel-Ott Deisendorf die Pläne abzustimmen.

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