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Herdwangen-Schönach Einblicke in eine echte Heimat

19.05.2011
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Viele Besucher bei Tag der offenen Tür bei Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Lautenbach

Herdwangen-Schönach (fah) Der Tag der offenen Tür war für die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Lautenbach ein toller Erfolg. Lautenbach ist Teil der Gemeinde Herdwangen-Schönach. Bürgermeister Ralf Gerster war einer der vielen Tagesbesucher, ebenso sein Kollege aus Pfullendorf, Thomas Kugler.

Die Einrichtung für Menschen mit und ohne Behinderung hatte alle Türen und Tore weit geöffnet. Und die Besucher strömten nur so daher, schlenderten vom großen Wiesenparkplatz hinunter in die weitläufige Tobellandschaft. Vorbei an der alten Kapelle, um sich zu verteilen, in Straßen, Wege, zum gemächlichen Schauen, Genießen, des Zuhörens und Essen beim Auftritt der Blaskapelle Lautenbach oder beim Erwerb von lange schon zurückgestellten Sachen, die das Leben schöner machen.

Als echte Fans von Lautenbach zeigte sich ein Ehepaar aus Ennetach. Mit ihrer Tochter würden sie jede Gelegenheit zu einem Besuch in Lautenbach wahrnehmen. Am Sonntag hatten sie Shelby und Sayna, zwei Studentinnen der Vanguard University in California, im Schlepptau. Die Chorsängerinnen, die gerade in der Einrichtung wohnen, zeigten sich hellauf begeistert. Von nicht so weit weg kam Katharina Sauter. Die gerade 18 Jahre alte Oberschülerin aus Mühlingen wollte sich vorstellen, um hier ein freiwilliges soziales Jahr abzuleisten. Sie habe ein persönliches Interesse an der Arbeit mit Menschen. Wenn es klappt – und es sah so aus – wird sie dann eine von 140 Mitarbeitern sein, die 170 Menschen mit Behinderung betreuen, die hier eine Heimat gefunden haben.

Anlass für diesen Tag der offenen Tür sei das 40-jährige Bestehen der Einrichtung. Die offizielle Feier zum 40. Geburtstag findet am 1. Juni statt. „Heute jedoch machen wir alle unsere Türen auf, auf dass uns alle Freunde, Bekannte, Angehörige und Interessenten besuchen können“, sagte Hilsenbek. „Wir machen die zehn Wohnhäuser mit ihren 16 Wohngruppen auf. Weit offen stehen die Werkstätten mit ihren Verkaufsständen.“

Die Buchbinderei, Weberei, Schmiede mit Metallwerkstatt, die Gärtnerei und Landwirtschaft in Demeterqualität konnten ebenfalls besichtigt werden. „Wir stellen über 100 eigene Produkte her mit eigener Entwicklung und eigenem Design“, so Hilsenbek.

Komme jemand in den Lebensmittelpunkt Lautenbach, so Küst-Levebre und Hilsenbek, dann geschehe dies über „unsere kleine Waldorfschule“, eine Sonderschule für geistig Behinderte. Hier bekommen die Jugendlichen eine schulische und eine praktische Ausbildung mit zehn verschiedenen Handwerksberufen. Berufe, die alle eine besondere therapeutische Wirkung auf die Auszubildenden haben. Am Ende der Ausbildung können sie sich eine Werkstatt aussuchen. Wer sich für Lautenbach entschieden hat, dem stünden alle Wege offen, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

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