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HerdwangenSchönach Bürger wünschen Seniorenwohnheim

08.10.2012
HerdwangenSchönach -  Über 30 Bürger kommen zur ersten Arbeitsgruppe bei der Fortschreibung des Seniorenkonzepts der Gemeinde.

Die Teilnehmer legen fest, was für ein Seniorenwohnheim in der Gemeinde wichtig ist. Die Selbstbestimmung für die Heimbewohner hat danach die höchste Priorität.  Bild: Daniel Litzinger

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Die neuen Wohn- und Lebensformen im Alter standen im Mittelpunkt der ersten Arbeitsgruppe zur Fortschreibung des Seniorenkonzeptes der Gemeinde Herdwangen-Schönach. Fest steht nun: Der Trend geht klar zum selbstbestimmten Wohnen. Hinter der Frage, wer die Trägerschaft eines möglichen Wohnheimes übernehmen könnte, steht indes noch ein großes Fragezeichen.

Die Fortschreibung des Seniorenkonzeptes scheint die Menschen in Herdwangen-Schönach zu mobilisieren. Schon die Auftaktveranstaltung im September erfreute sich großer Resonanz. Damals erklärten Bürgermeister Ralph Gerster und Peter Beck, Geschäftsführer der Vinzenz Service GmbH, dass das Konzept aus dem Jahr 2007 wegen veränderter Rahmenbedingungen fortgeschrieben werden soll. Um eine größtmögliche Bürgerbeteiligung zu erreichen, wurden drei Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themenschwerpunkten gebildet.

Den Anfang hat nun die Arbeitsgruppe zum Thema „Neue Wohn- und Lebensformen“ gemacht und wieder sprengte die Zahl der Teilnehmer alle Erwartungen. „Wir haben gar nicht mit so viel Andrang gerechnet. Ich bin überrascht“, gestand Gerster zu Beginn der Veranstaltung. Über 30 Bürger hatten die Gelegenheit am Schopfe gepackt, sich mit den alternativen Wohnformen für Senioren auseinander zu setzen. In einem halbstündigen Fachvortrag stellte Beck, die verschiedenen Formen dar. Im Mittelpunkt standen kleingruppige Wohnformen, wie Wohnen zuhause, betreutes Wohnen in den eigenen vier Wänden oder Gemeinschaftswohnen. Beck erläuterte, dass heute 89 Prozent der über 65-Jährigen daheim lebten und er prognostizierte, dass es künftig weniger als 50 Prozent seien. „Viele gehen ins Pflegeheim und viele sind dort fehlplaziert“, sagte Beck weiter.

Unter den Zuhörern war Christof Braun aus Herdwangen. Er befürwortet ein Wohnheim in der Gemeinde. „Hier in der Gemeinde können die die Angehörigen einfach mal vorbei schauen“, sagte Braun. Damit liegt er offenbar ganz im Trend. Per Strichliste wollte Beck vom Publikum wissen, ob es in der Gemeinde ein Wohnheim geben soll. Am Ende entschieden sich alle dafür. Weiterhin fragte er nach den Prioritäten für eine solche Einrichtung. Und auch hier gab es einen eindeutigen Trend: Die Selbstbestimmung der Senioren war fast allen wichtig. Überrascht äußerte sich Beck über einen anderen Punkt: Während in anderen Gemeinden, in denen die gleiche Frage gestellt wurde, das bürgerliche Engagement als unwichtig galt, sieht das in Herdwangen-Schönach anders aus. Von den 33 Teilnehmern sprachen 24 dem bürgerlichen Engagement eine große Bedeutung zu. „Das sagt viel über die Gemeinde aus.“ sagte Beck.

Am Ende war die Kreativität der Bürger gefragt. In kleinen Gruppen sollten sie die Nahversorgung bewerten und Ideen entwickeln, die das Wohnen Zuhause unterstützen. Heraus kamen Ideen wie ein Tanzcafé als Begegnungsstätte, ehrenamtliche Besuchsdienste oder verbesserter Nahverkehr. Mit im Publikum saß auch Regina Baur vom Verein Miteinander-Füreinander. Sie nutzte die Gelegenheit ihre Erfahrungen mitzuteilen. Es gebe bereits viele Angebote für Senioren in der Gemeinde. Manche würden gut angenommen, andere überhaupt nicht. Oft sei nicht heraus zu bekommen, was die Senioren möchten, berichtete sie. Tatsächlich gab es schon unter Lothar Riebsamen ein Sammeltaxi, das mangels Nutzer wieder eingestellt werden musste. Auch Informationsabende im Rathaus wurden von der Bevölkerung kaum wahrgenommen.

Zu den Ergebnissen sagte Gerster gegenüber dem SÜDKURIER nach der Veranstaltung: „Da sind Dinge dabei, die letztendlich mit ein wenig Kreativität umsetzbar sind.“ Auch an das Wohnen im Alter habe die Gemeinde schon gedacht. Seit 2007 seien 300 000 Euro für ein Seniorenwohnheim im Haushalt eingeplant. Es hänge am Ende alles von einer Trägerschaft ab, sagte Gerster abschließend.

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