Archäologen entdecken 2600 Jahre altes Prunkgrab
Auf dem besten Weg, Trier den Rang abzujagen, Deutschlands Stadt mit der ältesten bekannten Geschichte zu sein, könnte sich unter Umständen die frühkeltische Siedlung um die Heuneburg bei Hundersingen an der Donau befinden. Im Laufe des zu Ende gehenden Jahres haben die Archäologen eine außergewöhnliche und wissenschaftlich herausragende Entdeckung gemacht, die gestern der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Entsprechend groß war das Interesse der Medien zuerst bei der Fundpräsentation im Herrenhaus der Heuneburg und anschließend bei der Bergung vor Ort im Gewann „Bettelbühl“ zwischen Herbertingen und Binzwangen. Im Herrenhaus begrüsste Frank Bühler als Stellvertreter von Bürgermeister Michael Schrenk die Teilnehmer und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass durch den neuesten Fund das Interesse an der Heuneburg und damit die Besucherzahlen wieder zunehmen.
Der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl erläuterte danach die Entdeckung des 2600 Jahre alten Prunkgrabes und bat um Verständnis für die bisherige Geheimhaltung aus Sicherheitsgründen.
Die Details des vier mal fünf Meter großen Kammerschachtgrabes mit reichen Beigaben aus Gold, Bernstein, Pechkohle und Bronze erläuterte Landesarchäologe und Grabungsleiter Dr. Dirk Krauße. Grundwasser und Staunässe hätten die Eichenhölzer und Beigaben aus organischem Material konserviert. Mit zwei Schwerlastkränen wurde die gesamte Grabkammer als Block gehoben und auf einen Spezialtieflader gesetzt. In dreiwöchiger Arbeit haben Spezialisten von Süden eine Baugrube ausgehoben, betoniert, Löcher gebohrt und Rohre eingefügt. Zusätzlich waren Schweißarbeiten und Einziehen von Stahlträgern unter die Konstruktion vorzunehmen.
Als Sondertransport macht sich das rund 80 Tonnen schwere Grab nun auf die Reise zur weiteren Untersuchung mit der Hoffnung auf zusätzliche spektakuläre Entdeckungen im Innern.
Keltengrab