Gammertingen Unglaubliche Gehirne und ausgeklügelte Methoden
15.04.2010
Die Gäste werden vom Mariaberger Vorstand Michael Sachs begrüßt. Im Anschluss können die ausstellenden Künstler im Gespräch mit Christiane Cuticchio, Leiterin des Atelier Goldstein, und Axel Klöss-Fleischmann, Atelier 5-Leiter in Mariaberg, näher kennengelernt werden. So zum Beispiel Andreas Skorupa, der seine zweidimensionalen Heiligenfiguren in frontaler Ansicht ausstellt. Und Lothar Zaubitzer: Raue Kohlestriche und Kreideflächen ballen sich in seinen Werken zu Gesichtern von starrenden Männern. Oder Selbermann alias Georg Vaternahm, welcher sich der Kunst der Fotografie bedient und Frauen und Türme bevorzugt abbildet. „Die Einsicht, dass hinter den Arbeiten von Menschen mit Behinderung unglaubliche Gehirne stecken, die ausgeklügelte Methoden entwickeln und diese in Gestaltung umsetzen, ist bislang selten“, sagt Atelierleiterin Christiane Cuticchio in einem Interview: „Es besteht hier ein enormer Handlungs- und Forschungsbedarf und dem vorausgehend ein Wahrnehmungsbedarf“.
Der Erfolg von Künstlergruppen wie dem Atelier Goldstein und dem Mariaberger Atelier 5 ist leitend für die gesellschaftliche Anerkennung und die unmittelbare Verbesserung der Lebensumstände der behinderten Künstler. Die gegenseitige Unterstützung ist daher besonders wichtig. Im Jahr 2008 entstand eine erste Zusammenarbeit des Atelier Goldstein mit dem Atelier 5: Der renommierte Mariaberger Künstler Roland Kappel bekam die Möglichkeit, eine umfassende Einzelausstellung seiner Baumaschinen in der damaligen Projektgalerie "Zur Post" des Atelier Goldsteinin Frankfurt auszustellen.
Es entstand ein Katalog mit Künstlern aus dem Frankfurter Atelier und Roland Kappel als Gastkünstler. Das Atelier Goldstein arbeitet seit über zehn Jahren an der künstlerischen Förderung von Menschen mit Behinderung. Im Jahr 2000 von Christiane Cuticchio gegründet, finden aktuell 18 Künstler zwischen 21 und 59 dort einen Raum für ihr künstlerisches Wirken. Das Atelier Goldstein ist eine Einrichtung der Lebenshilfe e.V. Frankfurt am Main.
Die Ausstellung im Mariaberger Kloster ist bis zum 5. Juli montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr, sowie sonntags von 13.30 bis 16.30 Uhr zu besichtigen. Sonntags Eingang durch die Klosterkirche. Weiter Informationen bei der Öffentlichkeitsarbeit Mariabergs unter 071 24/92 32 18
