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Gammertingen

Geburt eines Netzwerkes

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Vergangene Woche fand in Mariaberg ein Fachtag zum Projekt „Entwicklung einer Trauerkultur“ statt. Unter der Moderation des Reutlinger Dekans Dr. Jürgen Mohr saßen Vertreter verschiedener Einrichtungen der Behindertenhilfe zusammen und berichteten darüber, wie sie mit Sterben und Trauerprozessen in ihren Einrichtungen umgehen.

Der Reutlinger Dekan Dr. Jürgen Mohr (2.v.li.) bezeichnete den Austausch der Teilnehmer beim Fachtag zum Projekt „Entwicklung einer Trauerkultur“ in Mariaberg als „Geburt eines Netzwerkes.

Aus unterschiedlichen Blickwinkeln wurde den rund 60 Teilnehmern des Fachtages vom bisherigen Verlauf des von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten bundesweit einmaligen Projektes „Entwicklung einer Trauerkultur in einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung am Beispiel Mariaberg“ berichtet. Das Projekt hat das Ziel, der Trauer von Menschen mit geistiger Behinderung eine andere Beachtung und Wertschätzung als bisher zukommen zu lassen.

Nach einem Grußwort des Mariaberger Vorstandssprechers Thilo Rentschler und einführenden Erläuterungen von Projektleiter Pfarrer Hans Heppenheimer wurden zuerst durch verschiedene Mitarbeiterinnen Geschichten über Trauer und Trauerbegleitung in Mariaberg präsentiert. In diesen Berichten wurde deutlich, dass Trauerarbeit für viele Menschen mit geistiger Behinderung ein Schlüssel ist zu einer besseren Lebensqualität. Das Projekt befindet sich auf einem guten Weg zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden in Mariaberg für die Trauer ihrer Klienten.

Diese Arbeit soll nicht nur auf Mariaberg allein beschränkt bleiben, denn jede Einrichtung der Behindertenhilfe muss sich mit Fragen von Abschied, Sterben, Tod und Trauer auseinandersetzen. Dafür soll künftig ein Netzwerk von verschiedenen Einrichtungen zusammenwachsen, um sich in dieser Arbeit regelmäßig auszutauschen und dem Thema ein größeres Gewicht zu verleihen. Denn die Bedeutung der Trauerarbeit wurde im Umgang mit behinderten Menschen in der Vergangenheit oft zu wenig beachtet. Die von Dr. Mohr so titulierte „Geburt eines Netzwerkes“ bildete den erstmaligen Austausch unter Einrichtungen zu diesem bisher weitgehend tabuisierten Thema.

Das Mariaberger Modellprojekt läuft seit Herbst 2008. Weitere Fach- und Studientage sind hierzu geplant.

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