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Beuron Zweiter Kinderorgeltag fand in Beuron statt

In der Erzabtei Beuron fand am Wochenende der zweite Kinderorgeltag statt. Fast 100 Kinder nutzten die Gelegenheit, die Königin der Instrumente bei verschiedenen Aktionen kennenzulernen.

„Das Schöne an der Orgel sind ganz verschiedene Töne“: Dieses Lied begleitete die fast 100 Kinder, die kürzlich zum zweiten Kinderorgeltag in die Erzabtei nach Beuron gekommen waren. Acht Stunden lang drehte sich die Kinderwelt rund um die Königin der Instrumente, die Orgel. Dazwischen gab es aber auch Spiel und Spaß für die Kinder, mit einer Märchenerzählerin und einer Zauberin. Das Teilnehmerfeld war auf Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren beschränkt.

Die Jungen und Mädchen kamen aus der näheren und weiteren Umgebung, aus Karlsruhe und München waren sogar Kinder angereist. Oft hatten sie einen musikalischen Hintergrund, wie beispielsweise die Geschwister Roth aus Hundersingen. Während die neun Jahre alte Leticia vor der Orgel saß und darauf wartete, mit ihrem Stück beginnen zu können, antwortete ihr Bruder Jonathan auf die Frage, ob er auch Orgel spiele: „Nein, ich spiele Geige.“

Die Kinder waren für den Erlebnistag mit der Orgel in fünf Gruppen aufgeteilt, die nacheinander die sieben für den Orgeltag vorbereiteten Stationen besuchten. Einen tiefen Einblick in die Klangwelt der Orgel gab es bei Pater Landelin, dem Klosterorganisten. Er zog an der Kirchenorgel im wahrsten Sinne des Wortes alle Register und stellte den Kindern Klangfarben des Instrumentes vor, die so im Alltag der Kirchenmusik selten oder gar nicht zu hören sind. Wer konnte, durfte dann auf der Orgel spielen. Manche Kinder fieberten diesem Augenblick entgegen. Ignaz Wenzel beispielsweise hatte zu Hause zwei Stücke komponiert, die er in Beuron auf der Orgel vorspielen durfte.

Er gehörte am Nachmittag beim Abschlusskonzert zu jenen zehn Kindern, die vor der großen Zuhörerschaft beim öffentlichen Konzert in der Kirche ihr musikalisches Können unter Beweis stellen konnten. Die jüngste Orgelspielerin war mit gerade einmal sechs Jahren Viktoria Häußler aus Balingen. Das Mädchen kommt zwar erst in zwei Wochen in die Schule. Auf der Orgel konnte sie aber schon fehlerfrei eine Gavotte vortragen. Bei Pater Landelin stand die Praxis im Vordergrund. Doch bevor ein Organist das Instrument zum Klingen bringen kann, ist handwerkliches Können zum Bau der Orgel notwendig. Gleich drei Orgelbauer waren vor Ort, um den Teilnehmern des Orgeltags zu zeigen, wie das Instrument gebaut wird. Orgelbaumeister Wolfgang Braun brachte am frühen Nachmittag seine Erfahrungen so auf den Punkt: „Wenn sieben Kinder auf einmal gute Fragen stellen, dann wird es leicht stressig.“

Doch hinter der vermeintlichen Klage des Orgelmachers verbirgt sich Freude. Die Kinder seien zwar lebhaft, aber interessiert und von der Orgel fasziniert. Braun: „Es liegt am Elternhaus, wenn die Kinder so interessiert sind.“ Sein Kollege Ralph Krauter bestätigt die Erfahrungen Brauns. Er berichtet von „sehr guten Erfahrungen“ und stellte fest: „Es gibt noch Kinder, die sich für Musik interessieren.“ Doch auch interessierte Kinder brauchen eine Pause. Dafür hatten die Organisatoren unter Leitung von Bruder Lukas Ruhl gesorgt. Der Innenhof beim Gästeflügel verwandelte sich in einen Spielplatz. Nebenan gab es Mittagessen, ganz kindgerecht mit Spaghetti und Hackfleisch. Den Abschluss des Tages bildeten das Orgelkonzert in der Kirche und der obligatorische Fototermin auf der Treppe. Und was ist die Tagesbilanz einer Teilnehmerin? Paulina Barkling (12) aus Engelswies: „Es war schön und interessant, besonders der Termin an der Orgel.“

Gerlinde Kretschmann: „Das ist speziell für die Kinder“

Gerlinde Kretschmann ist die Ehefrau von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Sie hatte die Schirmherrschaft für den Kinderorgeltag in der Erzabtei inne.

Frau Kretschmann, wieso haben Sie die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernommen?

Der Kinderorgeltag ist nach meiner Auffassung etwas ganz, ganz Besonderes. Ich wüsste nicht, wo sonst noch eine ähnliche Veranstaltung stattfindet.

Was macht den besonderen Charme des Kinderorgeltages aus?

Es sind jetzt noch Ferien. Für die Kinder ist das, glaube ich, einfach etwas, das für sie speziell ist. Sie sind dabei nicht Anhängsel von irgendwelchen Erwachsenen. Das wird speziell für die Kinder gemacht.

Teilen die Kinder Ihre Einschätzung?

Ich habe schon mit einigen Kindern gesprochen, die bereits im letzten Jahr zum ersten Kinderorgeltag in Beuron waren. Die freuen sich richtig auf heute. Es ist für die Kinder wirklich etwas ganz Besonderes.

Sie halten den Kinderorgeltag für eine sehr gute Idee des Klosters?

Auf jeden Fall. Und dann auch in dieser herrlichen Umgebung. Ich glaube, das tut den Kindern sehr gut. Ich drücke meine Anerkennung für diesen Tag durch die Übernahme der Schirmherrschaft aus.

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