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06.07.2012  |  0 Kommentare

Beuron Dohlen-Monitoring bringt die Freigabe

Beuron -  Matthias Schöllhammer informiert auf einer eigenen Homepage über den Stand von Kletter-Verboten im Donautal

Die Sigmaringer „Bahnhof-Dohlen“ sind vergleichsweise zutraulich. Wenn ihre Artverwandten im Donautal brüten, sind die Felsen für Kletterer tabu.  Bild: Steinmüller



Die Dohlen im Donautal und die Bergsteiger verstehen sich prächtig. Das zeigte sich jetzt wieder beim „Dohlen-Monitoring“. Dabei konnten, wie Naturpark-Ranger Markus Ellinger erläuterte, alle bisher noch gesperrten Kletterrouten vorzeitig freigegeben werden, weil die Dohlenbrut für dieses Jahr schon abgeschlossen ist.

Ellinger: „Lediglich ein Bereich ist derzeit aus Naturschutzgründen gesperrt, weil dort ein Uhu brütet.“ Es drehe sich um vier Felsenbereiche bei Neidingen, Thiergarten und Gutenstein. Wichtiges Bindeglied in der Kommunikation zwischen dem Naturschutz und den Kletterern ist der „Arbeitskreis Klettern und Naturschutz“ (AKN). Dessen Sprecher Matthias Schöllhammer informiert die Bergsteiger über eine eigene Homepage (www.akn-donautal.de) und über eine Facebookseite über den jeweiligen Stand. Sein aktueller Eintrag lautet: „Hölle, Rabenwand, Schaufels und Donaucalanques sind ab sofort offen und können beklettert werden. Bei dem Dachstein dürfen alle Routen links der Dachsteinkante inklusive dieser beklettert werden. Alles rechts davon ist tabu.“ Wie der Ranger bestätigt, halten sich die Kletterer an solche Vorgaben.

Die Dohlen haben im Donautal die Auswahl zwischen zwei Lebensweisen. Ellinger sagt: „Entweder sie leben und brüten in einer der großen Kolonien im Donautal oder sie kommen beispielsweise in Sigmaringen als Stadtvögel vor.“ Während die Stadtvögel keineswegs menschenscheu sind, sind ihre im Donautal lebenden Verwandten scheu und reagieren auf jede Störung ihres Brutgebietes negativ. Deswegen ist das Klettern in diesen Felsen während der Brutzeit verboten. Kompliziert wird die Überwachung, sagt der Ranger, da die drei Kolonien zu unterschiedlichen Tagen anfangen zu brüten und die Jungvögel dann auch zu unterschiedlichen Zeiten flügge werden. Außerdem gebe es auch innerhalb der Kolonien Vogelpaare, die nach einem missglückten Brutversuch noch einmal anfangen. Um zu entscheiden, ob die Kletterer bereits wieder in die Wand dürfen, gab es jetzt ein Dohlen-Monitoring unter Beteiligung des Rangers, das zur vorzeitigen Freigabe führte.

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