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Beuron Bruder des Erzabtes wird Erzbischof

Die Wahl des neuen Freiburger Erzbischofs Stephan Burger hat im Kloster Beuron Überraschung und Freude ausgelöst. Denn Stephan Burger ist der Bruder von Erzabt Tutilo Burger.

Ganz besonders, so berichtete der Beuroner Erzabt, haben sich die Eltern, Jahrgang 1928 und 1930, in Löffingen gefreut. Tutilo Burger: „Als mein Bruder mich am Mittwoch letzter Woche von zu Hause aus anrief und von seiner Wahl zum Bischof berichtete, hörte ich im Hintergrund die aufgeregten Stimmen unserer Eltern.“ Die eigentliche Bischofswahl war bereits am Mittwoch der Vorwoche. Gestern wurde das Ergebnis offiziell mitgeteilt. Für ihn selbst, so berichtet der Erzabt, sei die Wahl seines Bruders eine „starke Überraschung“ gewesen. Er habe nie ernsthaft geglaubt, dass sein Bruder eine Chance habe, in das Freiburger Bischofsamt gewählt zu werden.

So wie er als Erzabt zur jüngeren Generation des Klerus gehöre, sei sein Bruder mit 52 Jahren einer der jüngsten Bischöfe in Deutschland. Der neue Freiburger Erzbischof steht in der kirchlichen Hierarchie eine Stufe über dem Erzabt von Beuron. Tutilo Burger: „Mein Amt entspricht zwar dem eines Bischofs. Aber im Gegensatz zu meinem Bruder, der am 29. Juni zum Bischof geweiht wird, habe ich keine Bischofsweihe. Deshalb steht er im kirchlichen Bereich eine Stufe höher als ich.“ Allerdings ist der Beuroner Erzabt direkt Rom und nicht dem Erzbischof in Freiburg unterstellt.

Dafür, so gesteht der Beuroner ein, habe sein Bruder auch das schwerere Amt. Tutilo Burger: „Ich leite ein Kloster mit 50 Mitbrüdern, mein Bruder wird die zweitgrößte Diözese in Deutschland mit 1,9 Millionen Gläubigen leiten. Das ist eindeutig das schwerere Amt.“

Die Wahl oder Ernennung eines Bischofs ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Es komme, so beschreibt es der Beuroner Erzabt, auf das Konkordat an. Burger: „Die bayerischen Bischöfe werden direkt vom Vatikan ernannt.“

Anders sehe es bei den Bischöfen im badischen und ehemaligen preußischen Bereich aus. In diesen Diözesen legt der Heilige Stuhl eine Liste mit drei Namen vor, unter denen die Mitglieder des Domkapitels den neuen Bischof auswählen können. Der Beuroner Erzabt sagt dazu, es seien zwei Hürden zu überwinden. Zum einen der Sprung auf die päpstliche Vorschlagsliste und danach natürlich die Wahl durch die im Moment dreizehn Mitglieder des Freiburger Domkapitels.

Stephan Burger gehörte dem Domkapitel seit 2013 an, seit 2007 ist der jetzt zum Bischof gewählte Geistliche als „Offizial“ in der Bistumsleitung tätig. Dieser Titel bedeutet, so erläutert es der Erzabt, dass sein Bruder das bischöfliche Gericht leitete. Eine der Hauptaufgaben sei es gewesen, über Eheannullierungen zu befinden. Burger: „Das hat nichts mit Ehescheidungen zu tun, sondern nur mit der Frage, ob die Ehe rechtsgültig geschlossen worden ist.“

Die Brüder Burger haben sich in der Vergangenheit nicht oft gesehen, standen aber bisher regelmäßig ein- bis zweimal pro Monat in telefonischem Kontakt. Der eigentliche Schwerpunkt ihrer Begegnungen läge aber nach wie vor im Elternhaus, zu dem beide einen intensiven, wöchentlichen Kontakt pflegten. Bei ihren Kontakten, so berichtet der Erzabt, stünden private Dinge im Vordergrund. Über berufliche Aspekte sprechen die beiden eher weniger.

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