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Beuron Beuron: Benefizkonzert mit dem Heeresmusikkorps Ulm

500 Besucher waren von der musikalischen Qualität des Heeresmusikkorps Ulm bei seinem Benefizkonzert in der Klosterkirche Beuron begeistert.

Für viele der fast 500 Zuhörer in der Beuroner Abteikirche ist mit dem Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Ulm unter Leitung von Major Matthias Prock das Tor zum Advent wirklich aufgestoßen. Dafür sorgte nicht nur die musikalische Qualität des knapp 90-minütigen Konzerts, sondern auch die sensible Ausrichtung der vorgestellten Musikliteratur auf die Advents- und Weihnachtszeit. Es war ein in heller, klarer Klang, jene „Sonata Pian e Forte“ von Giovanni Gabriele, mit der das Konzert begann. Die sechs Bläser stehen auf den Balkongängen an den beiden Seiten der Kirche. Der weiche, angenehme Schall des Musikstücks senkt sich wie eine weiche Decke auf die Besucher des übervollen Gotteshauses. Leicht wie der Anfang war auch das erste Stück des Orchesters. „Die Spieldose“ von Anatol Lyadov weckte Vorfreude auf die kommende Weihnachtsbescherung.

Die Oper „Lohengrin“ und damit Richard Wagner lieferten mit „Elsas Prozession zur Kathedrale“ eine besinnlich-festliche Klangvorlage. Ein weiter und prächtiger Sakralbau schien sich zu öffnen. Der Zuhörer konnte sich in die schreitende Elsa hineinversetzen. Die Komposition ist wie ein roter Teppich hinführend zu einem wahrhaft majestätischen Thron.

„Sleep“ eine Aufforderung zum Schlafen? Wer das Programm der Ulmer Profimusiker so interpretieren wollte, kennt die machtvolle Musik ihres Schöpfers Eric Whitacre nicht. Träume scheinen sich zu einem titanenhaften Gemälde aufzutürmen. Erst mit dem Erwachen fallen die Träume zusammen wie ein Kartenhaus.

Die „Sinfonia“ aus dem Oratorium „Salomon“ von Georg Friedrich Händel setzte andere, farbenfrohe Akzente, Einsprengsel eines fröhlichen Morgens. Der Schlaf ertrinkt in einer Flut munterer Musiktropfen, die sich zu einem riesigen Strom vereinen, dem der Sandmann nichts entgegen zu setzen hat. Immerhin beschreibt das Stück die Ankunft der Königin von Saba bei ihrem jüdischen Kollegen Salomon in Jerusalem. „Trepak“ aus dem „Nussknacker“ von Tschaikowski brachte russisches Temperament in des behäbig-schwäbische Gotteshaus.

Im zweiten Teil des Programms war die adventlich-stimmungsvolle Atmosphäre greifbarer denn je. Die „Stubenmusik“ hat drei Weisen aus Bayern mitgebracht. Die eingeschneite Almhütte, der krippenfigurenschnitzende Großvater, die hellen Schellen des Pferdeschlittens -all das verdichtet sich zu einer romantischen Traumwolke. „Der Marsch der Spielzeuge“ von Victor Herbert lenkte das geistige Auge auf die Bescherung am Heiligen Abend und darauf, was die Spielzeuge wohl machen, wenn die Kinder und Erwachsenen zu Bett gegangen sind. Tanzende Puppen, marschierende Bleisoldaten? Patrick Doyle führte mit seinem „Non nobis domine“ wieder in eine geistliche Dimension zurück. Johann Sebastian Bach war die Ehre zuteil, mit seiner „Fuge in g-Moll“ den Schlussakkord hinter das Konzertprogramm zu setzen. Diese Musik setzte ein großes Ausrufezeichen hinter das bisher Gehörte. Mit „Macht hoch die Tür“ gemeinsam gesungen, endet das Konzert. Die Türe zum Advent war nun wirklich aufgestoßen.

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