Sie können und sie wollen es vor allem nicht lassen, immer wieder mit Spaten und Schaufel zur Ruine Falkenstein auszurücken, um dort weitere Mauerreste freizulegen. Gemeint ist der harte Kern der „Aktion Ruinenschützer Oberes Donautal“ mit Roland und Rolf Schleich, Martin Biebl, Petra Butz und dem Vorsitzenden des Vereins, Rüdiger Wolf. Sie hat das Ruinenfieber ganz besonders gepackt und sie schuften deshalb an den Wochenenden meist von früh morgens bis zum Dunkelwerden. Aber zu ihnen gesellen sich auch immer wieder mal andere begeisterte Helfer. So konnte in diesem Jahr ein neues Projekt im südlichen Teil der Ruinenanlage angegangen und verschüttete Mauern freigelegt werden. Zwischenzeitlich ist man mit Christoph Stauß im Gespräch, damit die Konservierungen dieser Mauern angegangen werden können. Eigentlich sollte der ehemalige Zugang zur Burg gefunden werden, aber der wurde noch nicht gefunden, wird nun eher im nördlichen Bereich vermutet. Aber gelohnt haben sich die Ausgrabungen dennoch. Zumindest wurde im Bereich der jetzt 25 Meter langen, dreieinhalb Meter hohen Mauer ein wohl ehemaliges Backhaus bzw. ein Backofen gefunden. Geschichtliche Schätze gibt es zu finden, materielle Schätze nicht. Gefunden wurden dagegen Mauerteile, die noch nicht richtig der Ruine zugeordnet werden können. „Aber die Erkenntnis reift“, so Wolf: „Das, was mal Kernburg war, war wahrscheinlich deutlich größer als bisher angenommen.“
Und dann sind da noch die Finanzen, denn die Ausgrabungen kosten viel Geld. Das derzeit laufende Projekt alleine rund 25 000 Euro, die aber bereits finanziert sind. Dazu beigetragen haben der Naturpark Obere Donau, die Hohenzollerische Landesbank und natürlich auch der Verein selbst. Immer wieder werden bei beim Freilegen von Mauern Stücke von Rorschacher Sandstein und Steine aus dem Schwarzwald gefunden. „Das lässt darauf schließen, dass die Zimmern als sie die Burg neu aufgebaut haben, dabei nicht gespart haben“, erzählte Martin Biebl. Reizen tut alle noch die Nordseite der Burg, deren Steine 1717 zum Bau der „Neumühle an der Donau geholt wurde, aber das muss wegen mangelnder Arbeitskräfte und Finanzen noch warten.
Wer mehr erfahren will, kann am Sonntag, 26. August, den Aktionstag auf der Ruine besuchen. Führungen werden kostenlos angeboten.
