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Bad Saulgau Nachhaltigkeit plus Tourismusangebot: Golfplatz-Solaranlage

23.10.2008


Die GolfPark GmbH & Co. KG Bad Saulgau als Bauherr und die Alternative Energie Systeme GmbH (AES) Wangen als ausführender Betrieb präsentierten jetzt eine innovative technische Lösung: Sie dient sowohl der Nachhaltigkeit im Klimaschutz als auch einem nachhaltigen, attraktiven Angebot für Fremdenverkehr, Sport- und Erholungsmöglichkeiten im Landkreis Sigmaringen und in ganz Oberschwaben

Vorgestellt wurde eine in Deutschland einzigartige Photovoltaik-Anlage, die die GolfSports KG auf dem Platz in Bad Saulgau betreibt. Ehrengast des Ortstermins war Dirk Gaerte, Landrat des Kreises Sigmaringen, der das Projekt bei dieser Gelegenheit in Augenschein nahm. Das Besondere daran: Der Carport neben dem 18-Loch-Platz besteht aus Solarmodulen, deren Lieferung und Installation durch die AES GmbH aus Wangen erfolgte. Die Module erzeugen jährlich 640000 Kilowattstunden Strom und bieten in Verbindung mit dem Carport 190 Personenwagen sowie 30 Reisemobilen Platz.

Winfried Kneussle von der GolfSports KG Bad Saulgau, die Mitglied im Deutschen Golf Verband ist und das „Recht auf den Spielbetrieb“ besitzt, bei der Begrüßung: „Unser 18-Loch-Meisterschaftsplatz liegt am Rande der Kurstadt Bad Saulgau in ca. 630 Meter Höhe direkt an der europäischen Wasserscheide Rhein / Donau. Er wurde auf einem landschaftlich reizvollen und ökologisch sensiblen Gelände von rund 85 Hektar inmitten natürlich vorkommender Wasserverhältnisse integriert. Als Verpflichtung hierfür haben wir uns selbst das Motto „Symbiose zwischen Golf und Natur“ gegeben“. Dieser Anspruch der Nachhaltigkeit sei es auch, den die Gäste des Golfplatzes erwarteten, so Kneussle. Der Platz füge sich ideal ein in die wunderschöne und gepflegte oberschwäbische Region zwischen Donau und Bodensee, wo man ein erstklassiges Golfangebot mit vielen weiteren Aktivitäten kombinieren könne, wie etwa Reiten oder sogar Fallschirmspringen. Zur Erholung könne man danach die Wellnesstempel der Thermalbäderlandschaft oder auch die zahlreichen Seen im Landkreis nutzen.

Der selbst formulierte Anspruch sollte auch beim Ausbau der Infrastruktur des Golfplatzes gelten, die man den Gästen als Besonderheit der Anlage anbieten könne. Kneussle: „Den Carport wollten wir von Anfang an mit Solarmodulen ausstatten und so unseren ganz eigenen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz“. Nachdem vom Deutschen Wetterdienst ideale Standortbedingungen für eine Solaranlage bescheinigt worden waren, folgte eine zweieinhalbjährige Planungs- und Genehmigungsphase mit über 30 beteiligten Ämtern. Wichtig war es dabei, den Solar-Carport rechtlich in seiner Eigenschaft als Gebäude anzuerkennen: Die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung liegt seit 2008 für Gebäude um 8,5 Cent pro Kilowattstunde höher als bei Freiflächenanlagen und kann so zur Amortisierung beitragen. Ein als Gebäude anerkannter Solar-Carport dieser Größenordnung auf einem Golfplatz stellt bundesweit eine Innovation dar.

. Der Carport bietet 7000 Quadratmeter Stellfläche für die Fahrzeuge und 4800 Quadratmeter Fläche für Solarmodule. Die Ausrichtung der Module mit 180 Grad nach Süden in einer Neigung von 25 Grad trägt zur hohen Leistung von rund 640000 Kilowattstunden jährlich bei. Der in den Solarmodulen aus Sonnenlicht gewonnene Gleichstrom wird zur Einspeisung ins Netz von 170 Wechselrichtern in Wechselstrom umgewandelt. Die hierbei entstehende Wärme wird wiederum zum Heizen der Gebäude und zur Warmwassererzeugung genutzt.

„Von den Gesamtkosten von fünf Millionen Euro für den Carport und zusätzliche Gebäude entfällt die Hälfte auf die Photovoltaik“, führt Kneussle aus. Man rechne mit der Amortisation dieser 2,5 Millionen nach etwa zwölf Jahren durch die vom EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) garantierte Einspeisevergütung: Der Solarstrom dient hier nicht zur Deckung des eigenen Bedarfs, sondern wird ins Netz des regionalen Energieversorgers eingespeist. Das EEG garantiert die Einspeisevergütung für 20 Jahre plus dem Jahr der Inbetriebnahme.

Landrat Dirk Gaerte zeigte sich erfreut über den weiteren Ausbau der Photovoltaik-Technik im Landkreis: „In der Region nehmen wir eine Vorreiterrolle im Klimaschutz wahr. Der Landkreis ist selbst Betreiber der landesweit größten kommunalen Photovoltaik-Anlage auf der Deponie Ringgenbach. Dass auch die Wirtschaft auf innovative Art und Weise ihren Beitrag zum Klimaschutz leistet, freut mich besonders“. Dieses unternehmerische Wagnis, diese vorbildliche Zusammenarbeit in der Region sei eine tolle Leistung, für die er an dieser Stelle allen Beteiligten danke. Den Dank für die „Stärkung des Umweltbewusstseins und der Kompetenz auf dem Feld der regenerativen Energien der Region“ spreche er aus „auf einer der schönsten Golfanlagen, die ich kenne“.

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