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Bad Saulgau Landespolitik trifft Ökologie

10.08.2012
Bad Saulgau -  Bei seiner Sommertour im Raum Bad Saulgau besuchte Landtagsmitglied Martin Hahn aus Überlingen, der für Bündnis 90/Die Grünen auch den Landkreis Sigmaringen betreut, die Firma McCormick Solar in Bad Saulgau und den Deissenhof in Boos, der schon im Jahr 1981 auf ökologischen Landbau umgestellt hat. Dies teilt der Kreisverband der Grünen mit.Firmenchef Andrew McCormick stellte fest, dass neben der schlüsselfertigen Montage von Photovoltaikanlagen für seinen Betrieb Dienstleistungen wie Wartung, Überwachung, Reinigung und Fehleranayse immer mehr an Bedeutung gewännen.

Im Gewächshaus auf dem Deissenhof: Seniorchef Alfred Eisele, Tochter Daniela Eisele und der Landtagsabgeordnete Martin Hahn (von links).  Bild: Lohmiller

Inhaber Andrew McCormick erklärt Martin Hahn (von links) die Funktion des Thermografiegeräts zur Fehlersuche.

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So könnten beispielsweise mit Hilfe eines Thermografiegeräts so genannte Hotpots bei ertragsschwachen Modulen entdeckt und Gewährleistungsfragen geklärt werden. Verschmutzte Oberflächen von PV-Anlagen, insbesondere im Bereich der Landwirtschaft, könnten Ertragseinbußen von 5 bis 10 Prozent verursachen. Auch hier verfüge die Firma über die entsprechende Reinigungsausrüstung.

Mitarbeiter Hermann Zwisler betonte, dass das Erneuerbare Energien Gesetz aus dem Jahr 2000 ein Erfolgsmodell ohnegleichen sei und zu ungeahnten Investitionen im Bereich des Mittelstandes geführt habe. Deutschland habe im Bereich Solarenergie eine weltweit führende Rolle. Es habe eine enorme Demokratisierung und Dezentralisierung der Energieerzeugung stattgefunden. Dies sei eine wichtige Form der Bürgerbeteiligung.

Die Runde war sich einig, dass bei der Umsetzung der Energiewende neben der Steigerung der regenerativen Energie-Erzeugungskapazität zunehmend einVerbrauchs- und ein Speichermanagement aufgebaut werden müsse. Dafür benötige man aber neben intensiver Forschungsarbeit auch immer mehr hochqualifizierte Fachleute. Hierauf müssten sich auch Ausbildungsgänge einstellen. MdL Martin Hahn verwies darauf, dass die Landesregierung zusätzliche Gelder für Speichertechnologien bereitgestellt habe.

Unverständnis herrschte in der Diskussionsrunde über die in einem Interview gemachte Aussage von Thomas Bareiß (CDU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen und energiepolitischer Koordinator der CDU/CSU Bundestagsfraktion): „Deutschland ist kein Sonnenland.“ Die Teilnehmer waren der Ansicht, dass die Solarbranche sehr innovativ sei, schon gewaltige Kostensenkungen bewerkstelligt habe und dass die Sonnenenergie neben der Windenergie mittelfristig die größten Steigerungspotentiale aufweise. Nur mit einem hohen Anteil von Solarenergie könnten die Ziele einer weitgehend regenerativen Stromversorung bis 2050 erreicht werden.

Die Firma McCormick beklagt die ständig wechselnden Richtlinien bei der Solarförderung. Dies führe zu einer Verwirrung bei den Bürgern und verhindere Investitionen. Planungssicherheit sehe anders aus. Darüber hinaus befürchtet die Firma deutliche Einbußen, wenn die jetzige Bundesregierung mit Hilfe des so genannten atmenden Deckels den Zubau von PV-Anlagen 2013 auf maximal 3,5 Gigawatt beschränken und damit gegenüber dem aktuellen Ausbau in etwa halbieren und später noch weiter kürzen möchte.

Ein Heimspiel hatte Martin Hahn auf dem Deissenhof in Boos. Seniorchef Alfred Eisele und Martin Hahn kennen sich schon lange und gehören zu den Pionieren der Ökolandwirtschaft in der Region, die schon in den 1980er Jahren ihre Produktion umgestellt haben. Drei Generationen konnte die Besuchergruppe auf dem Hof antreffen. Seniorchefin Maria Eisele ist für den Hofladen zuständig, der dienstags, freitags und samtags geöffnet hat. Tochter Daniela zeichnet sich für den modern organisierten Lieferservice über die eigene Internetseite www.deissenhof.de zuständig und Sohn Martin kümmert sich um den Gemüseanbau und um die Landschaftspflegeflächen. Hierfür hat er sogar schon eigene Maschinen konzipiert.

Martin Hahn betonte, dass ein zunehmender Markt für Produkte aus dem ökologischen Anbau bestehe. Aus diesem Grund habe die grün-rote Landesregierung schon im Mai 2011 die Umstellungsförderung von konventionellem Anbau auf ökologischen Anbau wieder eingeführt. Außerdem will die Landesregierung eine Fachschule für Ökolandwirte gründen. Darüber hinaus soll das Angebot von 2-wöchigen Fortbildungsseminaren den Ökolandbau stärken. Martin Hahn ist es unabhängig von der Anbaumethode wichtig, dass künftig beim einzelnen Landwirt mehr Ertrag ankommt. Der ländliche Raum müsse gestärkt werden.

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