Bad Saulgau European Energy Award: Bad Saulgau optimiert Energiearbeit
10.05.2010
Bei der Vertragsunterzeichnung vertreten waren auch die Stadtwerke Bad Saulgau, die als Partner beim eea dabei sind. Der eea ist ein Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, mit dem die Klimaschutzaktivitäten der Kommune erfasst, bewertet, geplant, gesteuert und regelmäßig überprüft werden. Ziel der Teilnahme ist es, Energie effizienter zu nutzen, auf diese Weise zum Umweltschutz beizutragen und eine Kostenreduzierung zu erreichen. Während der nächsten drei Jahre will die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Energieagentur und anderen Akteuren geeignete Maßnahmen erarbeiten und umsetzen.
Bereits im November letzen Jahres hat der Gemeinderat grünes Licht für den Beitritt der Stadt Bad Saulgau zum European Energy Award (eea) gegeben und hierfür Mittel für die Jahre 2010-2012 bereitgestellt. „Die Kosten werden aber schnell wieder amortisiert sein“, erklärt Stadtamtsrätin Wilma Wagner, die als Leiterin des Fachbereichs Liegenschaften die Federführung des Projektes innerhalb der Stadtverwaltung übernommen hat. Gefördert und begleitet wird der eea zudem durch das Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg.
Die Unterzeichung des Vertrages ist der Startschuss für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. In einem ersten Schritt soll zunächst das kommunale Energiemanagement mit Unterstützung der Energieagentur überprüft und optimiert werden. Hierbei geht es hauptsächlich um Stromsparpotentiale im Bereich der kommunalen Liegenschaften und der Straßenbeleuchtung. Dabei soll es aber nicht bleiben. Dass der eea mehr ist als eine bloße Verbesserung des Energiemanagements in städtischen Gebäuden, machte Walter Göppel bei der Vertragsunterzeichnung deutlich. Der eea umfasst weitere fünf Handlungsfelder, die in Angriff genommen werden sollen. Im Handlungsfeld Ver- und Entsorgung könnte es beispielsweise um eine effiziente Nutzung von Biogas und Nahwärme gehen, beim Handlungsfeld interne Organisation um die Schulung von Mitarbeitern und die effizientere Gestaltung von Abläufen unter energetischen Gesichtspunkten. Weitere Handlungsfelder sind die Bereiche Kommunikation/Kooperation, Entwicklungsplan/Raumordnung und Mobilität. Insgesamt soll in all diesen Bereichen die Nutzung von Energie effizienter gestaltet und damit ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Angenehmer Nebeneffekt: Der kommunale Haushalt wird durch die Energiesparmaßnahmen entlastet.
Um diese Felder zu bearbeiten, wird ein städtisches Energieteam gebildet. Mit dabei sind hier als Kern der Fachbereich Liegenschaften und der Fachbereich Bauen, sowie der städtische Umweltbeauftragte. Je nach zu bearbeitendem Handlungsfeld sollen verschiedene weitere Akteure eingebunden werden, beispielsweise Unternehmer, Landwirte, aktive Bürger und weitere Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Auch die Stadtwerke Bad Saulgau werden personell im Energieteam vertreten sein und engagieren sich auch finanziell. „Als Energiedienstleister sehen wir im eea eine große Chance, Einsparpotentiale im Sinne unserer Kunden zu realisieren“, erklärt Martin Träger, Vertriebsleiter der Stadtwerke Bad Saulgau.
Für die Planung und Umsetzung haben sich Stadt und Energieagentur einen ehrgeizigen Zeitplan gesteckt. Während des kommenden Jahres wird durch die Energieagentur zunächst der Status-Quo evaluiert. Mit Zustimmung des Gemeinderates werden dann von Energieteam und Energieagentur Maßnahmenpakete für die einzelnen Handlungsfelder geschnürt, und im Laufe zweier weiterer Jahre umgesetzt. Nach Ablauf dieser drei Jahre entscheidet sich dann, ob die Stadt das eea-Zertifikat erhält. Geschenkt gibt es dieses freilich nicht. Zertifiziert wird nur, wer die Kriterien des eea erfüllt.
Der Energieagentur kommt bei dem Verbesserungsprozess die Rolle des Moderators und Coachs zu. Sie vermittelt, unterstützt und gibt Ideen. Diese Arbeit hält Bürgermeisterin Schröter auch für notwendig. „Im Alltagsgeschäft kommt man oftmals nicht dazu, sich über solche Verbesserungspotentiale Gedanken zu machen. Die Teilnahme am Energy Award zwingt uns nun dazu. Es ist wie im Sport: Wenn man sich nicht zum Wettkampf anmeldet, trainiert man auch nicht“, so die Bürgermeisterin. Und Wilma Wagner betrachtet den eea als große Gelegenheit, Ideen „die dem einen oder anderen Kollegen bereits im Hinterkopf herumspuken“ nun konkret zu formulieren und die zur Umsetzung nötigen Akteure an einen Tisch zu bringen.
